frkmagazine        
                    
                   

    

    the.anti.doctrine :: interview
    Dem ein oder anderen dürften "The Anti Doctrine" vielleicht noch als "Straight" bekannt 
    sein... viel mehr außer einem Teil der alten Besetzung hat das jedoch nicht mehr gemein, 
    oder vielleicht doch?! Anderer Name, andere Musik,... aber auch andere Prioritäten 
    und Vorstellungen... lest selber!  
 

     fRk: „Straight“ zu „The Anti Doctrine“... wie kam es zur Namensänderung? 

Wir haben uns musikalisch in eine komplett andere Stilrichtung entwickelt und empfanden den Namen STRAIGHT sehr bald als absolut unpassend und platt - als dann der Plattendeal erreicht war, haben wir uns ein Herz gefasst und einen Namen gewählt, der unseren Sound eher widergibt.

    fRk: ... skizziert doch mal kurz chronologisch euren Werdegang! 

    Ich (Adnan) habe Ende 1999 Carsten kennengelernt. Anfang 2000 hatten wir unseren 
    ersten gemeinsamen Gig - damals noch in komplett anderer Besetzung. Zwei, drei Demos 
    und zahlreiche Gigs später stießen nach und nach die heutigen Bandmitglieder dazu. Den 
    professionellen Ansatz erreichte die Band mit den Support-Touren ab 2002. Seitdem sehen 
    wir zu, konstant Jahr für Jahr einen deutlichen Schritt nach vorne zu gehen. In diesem Jahr 
    haben wir nun endlich unser Debut-Album veröffentlich, was uns sehr stolz macht. 
 

    fRk: Ist „The Anti Doctrine” der logische Nachfolger von „Straight”… oder sind das zwei 
    verschiedene Kapitel?! 

    Keineswegs - schon unsere letzte selbstproduzierte STRAIGHT EP“…From The Heart“  
    weist hier und da verspielte und vertrackte Elemente auf. Mit THE AN TI DOCTRINE 
    setzen wir das nun konsequent fort.

    fRk: Gab es Änderungen in der Bestzung?! 

    Seit Frühjahr 2002 spielen wir in der heutigen Besetzung. Wir hoffen, möglichst lange genau 
    so weitermachen zu können. 

    fRk: Rein musikalisch hat sich damit ja auch eine Menge verändert... beschreibt doch mal mit 
    eigenen Worten, wo die Unterschiede liegen... 

    Wir sind mit der Zeit viel mutiger geworden, was das Songwriting betrifft. Wir loten Extreme 
    aus und versuchen unser Bestes, auf diese Weise einen eigenen Sound zu entwickeln. Es hat 
    uns früher gereicht, wie eine gute Kopie von Genregrößen zu klingen. Heute haben wir einen 
    anderen Anspruch - ob wir dem genügen, wird jeder anders beurteilen. Wir meinen, dass wir 
    auf dem richtigen weg sind und uns von Platte zu Platte steigern werden. 

    fRk: „A Worldwide Elite… “ ist als Anti Doctrine euer Longplayer Debüt… kurz vorher 
    kam die „Patterns of Liquid Red“ EP… jedoch von einem anderen Produzenten… 
    das Studio habt ihr gewechselt und das neue Album im Worldsend in Broich aufgenommen. 
    Gab es Gründe für den Wechsel und seid ihr mit dem Ergebnis zufrieden??? 

    Der Produzent ist derselbe geblieben - unser Mastermind Philip. Er weiß, was für unseren 
    Sound wichtig ist und so haben wir ihn auch bei unserem Debut-Album mit vollstem 
    Vertrauen an den Feinschliff gelassen. Das Studio war in der Tat ein anderes. Mario Dahmen - 
    der Studiobesitzer - war verantwortlich für den Ablauf der Aufnahmen und für den Sound. 
    Wir haben  jedoch zu jeder Zeit unsere Vorstellungen mit ihm besprochen und hier und da 
    auch mal durchgedrückt - wir hatten schließlich eine klare Vision. Zuguterletzt haben wir 
    Eroc, den Mastering-Master, engagiert, um die Platte explodieren zu lassen. Er hat der 
    Platte diese enorme Aggressivität im Sound verpasst. Ein guter Mann !!! 

    fRk: Die Einflüsse, die ihr in eurem Sound verarbeitet sind ziemlich zahlreich... dennoch, 
    überwiegt eurer Meinung nach einer stärker als der andere?! 

    Auch das werden viele anders darstellen. Ich denke, wir vereinen die Verspieltheit von 
    DILLINGER ESCAPE PLAN mit dem Groove von PANTERA - ja, große Namen, 
    aber man muss Unmögliches wagen, um möglichst nah ranzukommen ;-) 

    fRk: Habt ihr mit „Anti Doctrine“ andere musikalische Leitbilder als mit „Straight“?! 

    Ganz sicher - das hat etwas mit den Vorlieben der Songwriter (Philip und mir) zu tun. 
    Wir trauen uns musikalisch auch wesentlich mehr zu und fordern jeden einzelnen ein wenig 
    mehr als früher - mit der Zeit ist schließlich auch das musikalsische Spektrum von jedem 
    einzelnen von uns gewachsen. 

    fRk: Wie ist es mit eatthebeat bzw. mit Roadrunner... bessere Unterstützung kann man ja 
    kaum noch bekommen... also ich denke ihr seid zufrieden... oder?! 

    Natürlich ist es erfreulich, in einem derart professionellen Umfeld aufzutauchen, allerdings
    spielen so viele verschiedene  Faktoren eine entscheidende Rolle, dass es in keiner Weise 
    gleichsam bedeutet, dass ein dicker Labelpartner automatisch alle Wege ebnet. Gerade in 
    unserem Metier spielt zudem die Musik weiterhin die entscheidende Rolle. Das ist auch gut 
    so. Zufrieden sollte man vor allem mit sich selbst sein - und das sind wir. 

    fRk: Seht ihr euch als politisch ausgerichtete Band?!... weil einige Textzeilen schon darauf 
    hindeuten könnten... 

    Eigentlich gar nicht. Carsten’s Texte handeln von sehr lebensnahen Dingen, die er allerdings 
    in einer sehr abstrakten, teilweise politisch anmutenden Sprache beschreibt. Somit ist es kein 
    Wunder, dass Leser der Texte ein politisches Moment in seinen Lyrics entdecken. Andere 
    wiederum empfinden seine Texte eher als gesellschaftskritisch, noch mal andere als grausam 
    menschlich - gerade diese Mehrdeutigkeit ist es, auf die Carsten Wert legt. 

    fRk: Mit „Straight“ habt ihr Konzerte für Bands wie Ill Nino oder Soulfly eröffnet und 
    euch einen gewissen Status erarbeitet. Was gab da den Ausschlag für die Gründung von 
    The Anti Doctrine wenn man sich mit dem Namen doch schon sehr etabliert hatte... 

    Wie schon Anfangs erwähnt - der Name hat zu unserer weiterentwickelten Musik nicht mehr 
    gepasst. Wir wussten, dass uns der Namenswechsel auch Nachteile bringen wird. Es kann 
    jedoch nicht sein, dass man mit einem Bandnamen unterwegs ist, der einem nicht gefällt. 
    Unser Blick war gänzlich nach vorne gerichtet - Wir glaube an unsere Zukunft und so 
    mussten wir nicht an der Vergangenheit festhalten.

    fRk: Als Anti Doctrine habt ihr bisher noch keine längere Tour gespielt... oder täusche ich mich
    da... woran liegt`s?! Gründe sind ja mittlerweile mehr als vorhanden (Album, EP...)... 

    Es gab verschiedene Tour-Konstrukte an denen wir gearbeitet haben, die aber nicht realisiert 
    werden konnten. Deshalb  haben wir  unsere Tour auf Wochenenden verteilt. Somit hoffen wir 
    auf eine coole Tour 2006.

    fRk: Habt ihr irgendwelche konstruktiven Zukunftspläne?! 

    Pläne sollten immer konstruktiv sein J ! Wir wollen weiterhin viel in der Republik unterwegs 
    sein und unsere Fühler auch mal gen Ausland ausstrecken. Ist schon Vieles in Arbeit. Hoffen 
    wir, dass es klappt !!!


    text: frankie