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    Im Rahmen der diesjährigen Deconstruction Tour konnten wir ein paar Worte' mit einer der 
    momentan wohl angesagtesten politischen Punkrock Bands' wechseln! Lest was Anti-Flag 
    zu sagen und wir zu fragen hatten... 
 
     FRK: Was ist euer Eindruck von der Deconstruction Tour?

AF: Die Deco.Tour ist wirklich cool, weil so viel Menschen um dich herum sind und viele unterschiedliche Musikarten gespielt werden. Also ein großer Spass und ich bin froh dabei zu sein. 

FRK: Gibt es eine familiäre Beziehung zwischen den Bands?
 
AF: Ja das ist sehr gut. Man lernt sich kennen und das ist wirklich schön.

FRK: Wie waren die anderen Gigs?

AF: Ja eigentlich sollte heute hier heute auch ein Open-Air Konzert sein, aber sie haben das kurzfristig geändert. Keine Ahnung warum.Ich wünschte dieses konzert wäre auch draußen, denn ich spiele gerne draußen. 

    FRK: Es scheint irgendwie etwas besonderes für euch zu sein durch Europa zu touren. 
    Ihr wart bereits vor 2 Monaten hier...Gibt es einen großen Unterschied zwischen den Touren 
    in Europa und den USA? 

    AF: Bei den Kids definitiv nicht. Ich denke auf allen Konzerten sind die Kids super cool. Da 
    gibt es nur den Nationalitäten Unterschied. Nur als Beispiel: Wenn die Leute an der Macht von
    Amerika sagen würden, dass sie jetzt einen Krieg mit Deutschland beginnen, dann würden die 
    Menschen merken, dass es coole Kids in Deutschland und in Amerika gibt, und jeder würde 
    erkennen was für ein Schwachsinn das ist. Also von dieser Perspektive her gesehen gibt es 
    keinerlei Unterschied. Anders ist das bei denen, welche die Shows organisieren. Meiner 
    Meinung nach sind die Organisatoren in Deutschland wesentlich freundlicher zu den Bands. 

    FRK: Ja das sagten Strike Anywhere auch schon...In den USA ist auch so ein hohes Polizei 
    Aufkommen bei den Konzerten?! 

    AF: Naja das kommt drauf au, mal so, mal so. Also auch in Deutschland gibt es viel Polizei. 
    Bei der Show gestern (Pirmasens) waren 50 Undercoverbullen unterwegs um die Leute zu 
    überprüfen auf Hasch oder Alkohol...Also wir haben überall Gut und Schlecht gesehen. Die 
    Mentalität in den USA geht allerdings ehr zu einem Polizei-Staat hin, aber wir hatten dort 
    auch schon Konzerte wo überhaupt keine Polizei war. 

    FRK: Lass uns über eure aktuelle Platte sprechen. Würdest du sagen, dass es eine Entwicklung
    in Hinblick auf die Beziehung zwischen Texten und Musik? 

    AF: Zunächst möchte ich sagen, dass wir uns sehr viel Zeit genommen haben das Album zu
    machen.Wir haben sehr viel an den Songs gearbeitet und sich entwickelt. Das haben wir früher 
    nicht gemacht. Das Thema ist bereits auf den ersten Blick klar, es wurde geschrieben als die 
    Invasion begann und wir waren mit Protesten usw. gegen diese Invasion beschäftigt, wir haben 
    Proteste organisiert...Und wenn du ein Album schreibst und gleichzeitig Proteste organisierst 
    ist es klar war dabei herauskommt. Es ist daher klarer auf ein Thema festgelegt als die anderen
    Alben. Zudem machte es den Sound „ärgerlicher“. Viele Leute behaupten zwar das Album sehr
    poppiger aber ich denke das trifft nur auf die erste Hälfte zu, denn nach „Mind The G.A.T.T.“,
    so denke ich ist das Album richtig hart. Aber auch die Songs der ersten Hälfte sind ziemlich 
    aggressiv und das ist das aggressivste Album was wir bisher produziert haben, auch wenn ich 
    damit übereinstimme dass es ein wenig mehr „Pop-Songs“ gibt, bleibe ich dabei dass es 
    musikalisch und lyrisch sehr aggressiv ist. Ich denke das alles hat sehr viel mit dem zu tun 
    was um uns herum zu dieser Zeit geschah.  

    FRK: Was haltet ihr von diesem Mainstream-Gefasel? 

    AF: Dabei muss man beide Seiten sehen. Einerseits ist es sicherlich so, dass Leute die Brithney
    Spears hören sich nicht wirklich für die Texte die du verfasst interessieren, aber andererseits 
    bekommt man Geld das man sinnvoll einsetzen kann. Als Beispiel Fat Mike von FatWreck. Er 
    investiert seinen Gewinn wieder in viele wichtige Projekt, als Beispiel gegen den Irak-Krieg 
    usw. und ich denke das ist wirklich cool. Ebenso Michael Moore, er gilt als Vorreiter des 
    Antiamerikanismus, und er investiert seine Kohle wieder sinnvoll in Demos und Anti-Kriegs 
    Projekte. Das ist sehr wichtig. 

    ... von nun an streikte mein Diktiergerät... sehr' sehr Schade, denn es wurden noch einige 
    interessante Themen angerissen! 

    text: ludo