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    DAYSiNGRIEF, interview... 
    Mit einer unglaublichen Live Performance und ihrem full length Debut "Portrait of Beauty" 
    (erschinenen auf eatthebeat records.) konnten die vier Kölner Jungs letztes Jahr mehr'

    als einfach nur auf sich aufmerksam machen. Es gibt sehr wenige deutsche Bands, die es
    so gekonnt schaffen Metal, Hardcore und Punk zu verbinden... und das sichtlich mit einer
    solchen Spielfreude, dass man es kaum glauben mag. Sich mal mit den Jungs zu unterhalten
    war längst überfällig und da der Nachfolger "Behind The Curtain Of A Modern Tomorrow" 
    schon in den Startlöchern steht' sollte man eher sagen: allerhöchste Zeit!!!;) 
 

     Ich hab mich letztens noch mit nem guten Freund darüber gestritten' wielange ihr jetzt schon als Days in Grief Mucke macht (ich meinte länger und er kürzer)... also wielange?!;)

Sebastian: Kein Grund zum Streit;) uns gibt es seit September 2001. Wir haben zwar schon ca. 2 Monate vorher zu dritt angefangen Songs zu schreiben, die Idee zur Band kam aber erst später und die erste Probe in voller Besetzung war im September. 

    Da konnt man nicht dran vorbei zu fragen, aber wie hat das alles mit euch angefangen???

    Sebastian: Ich, Flo und Jörg kannten uns aus unseren alten Bands. Ich hatte mit Jörg schon 
    länger überlegt mal zusammen was neues zu starten und Flo hatte unabhängig davon mit Jörg 
    ein paar Songs geschrieben die die beiden bei mir im Keller aufnehmen wollten. Ich hab mich 
    dann dabei auch ein wenig kreativ eingebracht, z.B.  mit zweiter Gesangsstimme, und daraus 
    entstand dann die Idee zur Band. Wir haben wir uns noch den Max als Drummer gesucht 
    und los gings.

    Ein Satz, für die Leute' die euch NOCH nicht kennen sollten... was machen Days in Grief 
    für Musik? 

    Sebastian: Wir kommen ursprunglich vom Skatepunk, haben das aber gepaart mit Einflüssen 
    aus melodischem Hardcore , Metal und Emo. Daraus ist dann das entstanden was man wohl 
    weitläufig als Post-Hardcore bezeichnet. 
 

    So 2003 kam das ja alles mit der Aufmerksamkeit... ihr habt den Deal bei "poisonfree"
    bekommen und im selben Jahr glaube ich noch zu "eatthebeat" gewechselt und die Platte, 
    die dann eigentlich noch beim alten Label rausgebracht werden sollte (Portrait of Beauty)' 
    auch auf "eatthebeat" veröffentlicht? 

    Sebastian: Richtig. Wir haben im April bei Poisonfree unterzeichnet und haben mit der Planung 
    des Albums begonnen, also Aufnahmezeitraum festgelegt, Songs geschrieben, vorproduziert etc.
    Im August war dann alles fertig fürs Presswerk und zur gleichen Zeit haben sich Christoph und 
    Marc, mit denen wir den Vertrag gemacht hatten bei Poisonfree verabschiedet. Damit änderten
    sich auch einige Abmachungen die wir vorher mit dem Label getroffen hatten und wir haben 
    einen Weg gefunden, uns mit Poisonfree zu einigen dass wir zu Eat The Beat wechseln konnten,
    die bis dato unser Management gemacht hatten.
 

    Das ist jetzt keine Kritik, aber die Aufnahmen für "Portrait of Beauty" kann man nicht in 
    Relation setzen' zu dem was bei euch auf der Bühne rüberkommt... ich meine' die Aufnahmen
    sind nicht schlecht, keineswegs' aber viele meinten, das hätte auch besser gehen können und 
    irgendwer meinte ihr hättet jetzt für das neue Album auch ne andere Produktion, stimmt das???

    Sebastian: Das Problem bei den Aufnahmen war, dass wir schon länger vorher festegelegt 
    hatten in ein anderes Studio zu gehen, der Produzent uns aber zwei Wochen vorher kurzfristig 
    abgesagt hatte. Da wir schon Urlaub genommen hatten und die Aufnahmen nicht verschieben 
    konnten musste also schnell nen neues Studio her. Der Vater vom Christoph von Poisonfree 
    hatte zum Glück gerade den Zeitraum in seinem Studio frei, das aber normalerweise für 
    Jazz-Produktionen genutzt wird. Deswegen ist der Sound nicht gerade typisch geworden für 
    unsere Musikrichtung. Beim neuen Album sind wir gezielt in dein Studio gegangen wo sich die 
    Leute mit unserem Sound auskennen und ich denke das hört man auch. 
 

    Jetzt mal Butter bei die Fische, is ja nich mehr lange hin... also was wird anders/ besser auf 
    "Behind The Curtain Of A Modern Tomorrow"??? 

    Sebastian: Zunächst ist wie schon angesprochen der Sound mal ne ziemlich andere Nummer. 
    Hinzu kommt dass wir zusätzlich zu Siggi Bemm als Produzenten noch Jeff Collier als 
    Vocal-Producer dabei hatten, der da einen super Job gemacht hat. Wir haben uns mehr Zeit 
    für den Gesang genommen, auch an den Zweitstimmen mehr rumgefeilt, sodass die ganze 
    Sache um einiges runder geworden ist. Vom Songwriting her haben wir denke ich alle 
    musikalischen Richtungen die auf “Portrait Of Beauty” angedeutet wurden noch weiter 
    ausgebaut. Die Gitarrenarbeit ist noch ein Stück ausgeweitet worden, hauptsächlich weil 
    der grösste Teil des instrumentalen Songwritings diesmal vom Flo kam. Man sollte also 
    kein Akkordgedresche erwarten. Es gibt viele Melodien, und einiges an zweitstimmigen 
    Gitarrenläufen. Beim Gesang habe ich bei dem ein oder anderen Refrain die Hauptstimme 
    übernommen. 
 

    Wie stehen eure eigenen Erwartungen für die neue Platte...??? ich meine mit Roadrunner haben
    eatthebeat ja einen sehr massenzugänglichen Partner in dem Genre und bessere Promotion 
    kann man sich ja kaum wünschen! 

    Flo: Natürlich ist es geil mit Roadrunner ein sehr viel  größeres Netz und bessere Vertriebswege
    am Start zu haben. Aber auch Eat The Beat haben vergangenes Jahr eine super Arbeit gemacht,
    was Promotion angeht. Wenn das jetzt noch besser wird kann man nur gespannt sein.
    Ansonsten können wir es natürlich alle kaum erwarten wie die Platte angenommen wird. 
    Ich denke jedoch es wird auf jeden Fall schwieriger zu überzeugen, als dass noch vor einem 
    Jahr der Fall war. Damals kannte uns niemand. Mittlerweile ist der Newcomer-Bonus weg 
    und die Leute haben eine gewisse Erwartungshaltung. Wir hoffen natürlich diese mit dem 
    neuen Album erfüllen zu können. Wir auf jeden Fall sind sehr zufrieden. 
 

    Sacht mal, wo habt ihr mehr Bock drauf, ne Platte einzuspielen und an neuen Ideen zu arbeiten 
    oder einfach auf Bühne vor Leuten zu rocken... weil immer wenn ich euch live sehe' kann ich 
    mir nicht vorstellen, dass die Jungs große Lust dran haben sich in ne Kammer einzuschließen 
    und Songs aufzunehmen' haha;) 

    Sebastian: Man muss es so sehen: das eine kann ja ohne das andere nicht funktionieren. 
    Natürlich ist es unglaublich cool, vor Leuten deine Songs zu spielen die darauf abgehen, 
    und wir sind auch verdammt gerne auf Tour. Allerdings will man ja auch mal wieder was 
    neues präsentieren und auch nicht jahrelang die gleichen Songs spielen. Neue Songs zu 
    schreiben ist zudem auch der Weg, sich weiter zu entwickeln, oder sich neu zu erfinden 
    wenn man gerade Lust dazu hat. Der kreative Prozess eben, der uns von Bro’sis und Co. 
    unterscheidet;) Es kann allerdings frustrierend sein wenn man mehrere Proben hintereinander 
    nichts vernünftiges zustande bringt. Und wenn man nach der Studiozeit wieder auf der Bühne 
    steht und merkt wozu man das alles macht wenn man so geiles Feedback von den Leuten 
    bekommt, ist das schon ein extrem gutes Gefühl! Kurz – die Liveshows stehen auf jeden 
    Fall ganz oben auf der Beliebtheits-Skala, aber ich persönlich mag Studio-Aufnahmen auch 
    sehr gerne. Der beste Zeitpunkt ist immer der wenn man merkt dass sich die Songs langsam
    zusammenfügen und es klappt wie man es sich vorgestellt hatte (oder noch besser;)

    Wie funktioniert das eigentlich
    bei euch mit dem Songwriting...
    ist da jeder mit drin involviert
    oder tut sich jemand als
    einzelner Songschreiber hervor 
    und die Ideen werden dann im 
    Kollektiv perfektioniert?! 

    Sebastian: Hauptsächlich letzteres.
    Flo macht viel zu Hause und bringt 
    die Sachen dann zur Probe mit. 
    Manchmal sind es schon komplette
    Songs zu denen Jörg dann Text und
    Gesang macht, manchmal nur

    einzelne Parts die dann bei der
    Probe durch neue ergänzt werden,
    oder man wirft den einen Teil raus
    und ersetzt ihn durch was neues.

    Ihr versucht ja schon mit euren Texten einen gewissen, moralischen Anspruch zu verfolgen... 
    aber würdet ihr euch deswegen zwangsläufig als "politsche" Band bezeichnen, ich denke nicht...
    oder vielleicht doch?! 

    Sebastian: Nein, Jörg schreibt wie wohl die meisten Texter über die Dinge die ihn im täglichen 
    Leben berühren. Da er politisch interessiert ist, sind das öfter schonmal politische Themen, 
    aber auch ganz andere Dinge, wie z.B. zwischenmenschliche Beziehungen. 
 

    Wie steht ihr eigentlich der derzeitigen hc/emo Szene gegenüber... ich meine heutzutage ist es ja
    nicht mehr so einfach zu sagen ob die Leute auf die Musik oder nur den Trend abfahren! 

    Sebastian: Wir haben uns auf jeden Fall nicht zur Aufgabe gemacht die Leute zu entlarven die 
    einem Trend hinterher laufen.;) Die Musik die wir machen wird zur Zeit halt von vielen gehört 
    und gemocht, aber wer auf Metal-Konzerte geht obwohl er zu Hause Britney Spears hört muss
    das mit sich selber ausmachen und wird sich früher oder später wieder davon distanzieren. 
    Im Grunde geht uns das ziemlich am Arsch vorbei und ist nicht unser Problem. 
 

    Wieviel Gigs hab ihr letztes Jahr gespielt... so 300?! Haha, nein ernsthaft' wenn man euren 
    Werdegang und die momentane Situation so beobachtet, dann fragt man sich schon wieviel 
    Zeit da noch für andere Sachen bleibt... bestimmt nicht viel, aber kriegt man das überhaupt 
    noch unter einen Hut ohne sich 100% auf die Musik zu beschränken, weil irgendwann denkt 
    man da ja bestimmt mal drüber nach?! 

    Sebastian: Man muss natürlich Abstriche machen. Wir stecken alle im Studium oder Job, wie 
    sollte es auch anders sein. Irgendwo muss die Kohle ja herkommen, von der Musik kommt sie
    jedenfalls nicht. Natürlich macht man sich oft Gedanken wie es denn so weiter gehen soll. Flo 
    muss jedes Jahr seinen kompletten Urlaub für Band nehmen, ich mache den ganzen Kram der 
    für die Band neben dem reinen Musik machen sonst so anfällt, und da bleibt dann nicht mehr 
    viel Zeit übrig. Zum Glück können wir uns im Studium die Zeit meistens selber einteilen, aber 
    mehr als an Wochenenden Konzerte spielen und ne zweiwöchige Tour im Jahr ist nunmal nicht 
    drin. Aber solange der Wille da ist und man immer gut plant, ist es machbar. 
 

    Ihr durftet ja schon mit mehrer "großen" Leuten' die Bühne teilen... aber wenn ihr die freie 
    Auswahl hättet, wer wäre dann bei euch im Vorprogramm?;) 

    Sebastian: Ich weiss wir sagen an dieser Stelle immer dasselbe aber es hat sich bisher noch 
    nichts daran geändert dass wir BoySetsFire und Thrice hoch verehren. Mit der Support-show 
    hat es bei beiden auch immer noch nicht geklappt, deswegen bleiben sie unsere erste Wahl.
 

    Nach der Zukunft zu fragen is ja jetzt blöd;) Platte kommt bald raus, aber was steht 
    danach an... nur touren und keine Ahnung oder habt ihr nochwas bestimmtes vor??? 

    Sebastian: Wir wollen versuchen 2006 etwas ausführlicher zu touren. Ich und Jörg sind dann 
    vorraussichtlich mit dem Studium fertig uns es würde sich anbieten mal das Ausland zu bereisen.
    Ob das alles so klappt wie wir uns das denken hängt noch von Jörgs Examens-Terminen ab, 
    aber wir hoffen mal das beste. 
 

    Na dann kommen wir langsam mal zum Ende, ich glaube alles wichtige ist gefragt... 
    alsoooo' was ist eure Lieblingsfernsehsendung?!;) 

    Sebastian: Ich nehm „King Of Queens“ obwohl die neuen Folgen langsam langweilig werden...;)

    text: frankie