fEAR fACTORY
Also wenn es eine location in Hamburg gibt, die
für düstere Metalkonzerte und zum
entsprechendem Publikum passen, dann die
Markthalle in Hamburg. Fünfundvierzig Mark
Eintritt schien mir dann aber in Anbetracht der
Tatsache, dass sowohl RAGING SPEEDHORN
und GODFLESH ???? nicht auftraten etwas
überzogen. So eröffneten dann gegen halb neun
die Metalkumpanen von DEVIN TOWNSEND den Abend.
Das war schon witzig anzusehen.
Der Sänger erinnerte Frisur- und Staturmäßig
arg an Guildo Horn und einer der wilden
Gitarreros sah aus wie Reinhold Messner....
Burton C. Bell - Vocals
Dino Cazares - Guitars
Raymond Herrera - Drums
Christian Olde Wolbers - Bass Interview mit Raymond Herrera |
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Hi Ray, worüber hast du Lust zu sprechen ?
Egal,
frag mich was du wissen möchtest.
Ok, lass uns über Digimortal reden, euer Konzept dabei.
Glaubst du, dass aufgrund der
sich verändernden Lage in der Welt neue Aspekte
in dieses Konzept interpretieren lassen ?
Ja,
vielleicht schon. Wir haben immer schon Konzeptalben produziert. Es ist nicht das
erste
mal, dass wir so was gemacht haben. Außerdem
sind wir große SciFi Fans. Deswegen
entschieden wir uns, zu dieser futuristischen
Story. Für manche Leute hört sich das teilweise
so realistisch an, dass sie uns fragen , ob wir
die Zukunft vorhersagen können. Aber das ist
ganz und gar nicht so. Wir mögen Science Fiction
und deswegen wollen wir dass auch auf
unserem Album haben. Auf Digimortal
gehts um Technologie und Menschlichkeit.
Weißt du, Technologie ist mittlerweile ein sehr
großer Bestandteil in unserem Leben.
Menschen setzen sich Tag für Tag damit
auseinander, und einige kommen ohne das
gar nicht mehr klar. Sie sind davon
abhängig.
Ja, aber genau darin besteht doch der Konflikt. All das wurde doch von
Menschen erschaffen,
und jetzt gerät es Ihnen aus der Hand ?
Der
ursprüngliche Gedanke im technischen Fortschritt bestand ja darin, unser Leben
einfacher
zu machen. In vielen Bereichen ist das auch
geschehen, aber an manchen Punkten wird dieses
System über den Haufen geworfen. Dann wird es
nicht einfacher sondern schwieriger für uns
damit umzugehen. Und da liegt der Konflikt.
Wenn ich die beiden Albumnamen Demanufacture und
Digimortal miteinander vergleiche,
drückt das für mich sofort eine inhaltliche
Veränderung aus, vielleicht gar Resignation?
Musikalisch hat sich vor allem der Gesang
verändert, es ist alles viel harmonischer geworden
und hat irgendwie mehr Tiefe.
Ja,
das ist alles ganz bewusst geschehen. Jedes unserer Alben hört sich total unterschiedlich
an.
Es gibt nicht 2 Alben, die sich gleich anhören.
Diesmal wollten wir Burtons Stimme mehr
hervorheben. Die ist nämlich sehr stark. Er ist
ein hervorragender Sänger. Insgesamt könnte
man höchstens sagen, dass wir im Laufe der Jahre
konstant melodischer geworden sind.
Ich finde das auch ziemlich gut. Mir gefällt außerdem, dass ihr als
erste Singel Linchpin
ausgewählt habt und nicht Invissible
Wounds. Im aktuellen New Metal Geschehen könnte
es da leicht geschehen, dass Ihr da in eine neue
Schublade gesteckt würdet. Es zeigt, dass ihr
nach wie vor auf dem selben Pfad seid und euch
immer noch weiterentwickelt.
Auf
jeden Fall. Invissible Wounds ist ein echter Hammer. Dieser Song zeigt der
Welt alles:
schnelle Parts, heavy, melodisch - insgesamt eine
runde Sache, da steckt alles drin. Man kann
es ein wenig mit Descent vergleichen.
Wir haben diese Idee aufgegriffen
und daran weitergearbeitet.
Und das hat nicht damit zu tun, mehr Airplay zu bekommen? Ihr hattet Euch
ja schon mal
einwenig darüber beschwert, dass es für euch
schwierig ist, euch richtig zu etablieren um
von eurer Musik gut leben zu können, obwohl ihr
schon lange dabei seid
und einen großen Bekanntheitsgrad habt.
Es
gibt schon ein Szene für unsere Musik. Vielen sind wir einfach zu heavy oder zu
schnell.
Zu unterschiedlich oder was weiß ich... Ich habe
Fear Factory immer als Faith No More
des Metal gesehen. Faith No More haben alles
gemacht. Man konnte von denen immer etwas
neues, nie da gewesenes erwarten: Ein wenig so,
sollte man uns auch betrachten.
Wir sind definitiv eine Metal Band. Aber es
steckt mehr als Metal drin und das
unterscheidet uns von anderen Bands.
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Ich denke, das ist auch
ausschlaggebend dafür, dass es Fear Factory schon so lange gibt. Viele betrachten Euch
immer noch als Trendsetter. Eigentlich hab Ihr doch aber einen Neuen , eigenen Style
entwickelt. Wir machen das wirklich eine lange Zeit und wenn ich mir
einige von diesen New Metal Bands höre, dann merke ich immer wieder, dass wir viele
dieser Elemente auch in unsrer Musik haben. Schon immer. Diese Kombination der melodischen
Stimme mit Heavy Gitarren. Es dreht sich alles immer wieder im Kreis. Ich bin jedenfalls
froh darüber, dass es sehr unterschiedlich Menschen sind, die unsere Musik hören. Vor
allem wenn wir Remix Alben machen. Da machen wir dann ja teilweise Techno oder
Dance. |
Ich kenne beispielweise fear is the mindkiller...
....ja, da spannen wir einen Bogen zwischen Techno und Metal. Viele Metalfans mögen
das gar nicht, Chicks fahren voll drauf ab, aber
insgesamt ist es schwierig als Band so vieles
Verschiedenes zu machen und dabei nicht
unglaubwürdig zu werden. Wir finden das gut so,
und das ist genau das, was wir wollen.
Lass` uns doch noch über side-projects sprechen. Kush?
Kush
sind Christian (Olde Wolbers, Bass -Fear Factory), Stephen (Carpenter, guitar
-Deftones),
B-Real (vocals -Cypress Hill).
Ja und was geht da ?
Wir
arbeiten schon seit zwei Jahren daran, und wir haben eine ganze Reihe Songs
aufgenommen. Manche sogar zweimal. Seit zwei
Monaten sind drei Songs fertig, ein Album
soll Sommer nächstes Jahr kommen.
Wie hört sich das an ?
Ja,
es sind natürlich Parts die sich nach den Deftones, nach Fear Factory oder nach
Cypress
Hill anhören. Es ist wirklich als mixe man das
zusammen. Du kannst dir sicherlich vorstellen,
wie sich das anhören könnte. Vielleicht ein
wenig wie Rage oder so....
Thanx! ...and have fun at the show...
jonas.
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