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    FIREiNtHeATTIC, interview
    Feuer unterm Dach! (eine Kurzgeschichte von den Jungs aus Bonn...)

     Wer Screamo / Emo zu seinem Lieblings Musik-Genre zählt, dürfte im letzten Jahr kaum an FIRE IN THE ATTIC aus Bonn vorbeigekommen sein. Innerhalb von 1 ½ Jahren nahm die, aus den SUMMERS LAST REGRET und FASTPLANT hervorgegangene, Band eine viel gelobte EP mit dem Titel „Decision & Action“ auf, für deren Release man mit „Redfield Records“ ein engagiertes Label gewinnen konnte. Auf unzähligen kleinen Shows, einer zweiwöchigen Deutschland-Tour und dem einen oder anderen Supportgig für namhafte Acts a la TAKING BACK SUNDAY, HOT WATER MUSIC oder COHEED & CAMBRIA konnte man sich einen excellenten Ruf erspielen, der mittlerweile den Status eines einfachen Geheimtipps längst hinter sich gelassen hat.

    „Was die Erwartungen betrifft, mussten wir die Selbigen bisher beängstigend oft 
    „aktualisieren“, gibt Sänger Ole unumwunden zu.Denn Bands, die nicht nur dieselbe Musik 
    machen, wie die Jungs aus Bonn, sondern auch auf diesem hohen Niveau, sucht man 
    hierzulande eher vergebens. Vielleicht auch mit ein Grund, warum FITA sehr stark auch von 
    der einschlägigen Presse unterstützt werden, überall offene Türen einrennen und schon ist 
    man wieder schnell bei dem bösen Wort „Hype“ angelangt. 

    :: Was muss, was darf, was soll, oder was lässt man lieber sein ? :: 

    „ Natürlich bestimmen wir die Grenzen selbst. Und natürlich achten wir auch darauf, was wir 
    so machen und spielen“, stellt Sänger Ole klar, und schränkt ein „Nie würden wir uns und 
    unsere Musik zum Beispiel für politische Veranstaltungen instrumentalisieren lassen, wenn wir 
    als Band nicht geschlossen hinter der Sache stehen würden. Auch so was wie Promojobs 
    von irgendwelchen Firmen, die wir nicht unterstützen wollen, schlagen wir natürlich aus.“ 
    Man solle sich zwar auf jeden Fall nicht für höhere Platten-Verkäufe und ähnliches verbiegen 
    lassen, „allerdings bestimmen wir das halt selber und lassen uns das auch nicht von 
    irgendwelchen Szene-Kodexen vorschreiben was wir zu tun und zu lassen haben“.

    Trotz der vielzähligen Medienpräsenz von FITA, ist doch alles oft kleiner als es scheint:
    „Die Meisten Freunde von uns finden das zwar alles toll und freuen sich für und mit uns, aber
    deswegen verhalten sie sich ja nicht anders. Das wäre ja auch schlimm. Außerdem ist es ja 
    nicht so, als wären wir jetzt plötzlich „Rockstars“, nur weil unsere EP letztes Jahr bei ein paar 
    Leuten gut angekommen ist und wir gerade ein Album rausbringen. Mein Leben und meine 
    Einstellung zu den Dingen im Allgemeinen ist ja noch genauso, wie vor der Zeit mit FITA.
    Das entfernte Bekannte, die nicht so den Über- bzw. Durchblick innerhalb der Szene haben, 
    die Größenordnung schon mal falsch einschätzen und denken wir würden mit der Band jetzt 
    Unmengen an Geld scheffeln, kommt zwar vor ist aber auch schnell wieder aus der Welt 
    geschafft. Denen bräuchte ich nur einen Kontoauszug von mir zu zeigen und schon wäre die 
    Illusion vom großen Reichtum wieder aus der Welt geschafft“ 

    :: Der zweite Streich ::

    Anfang April erschien mit „Crash/Rebuild“ der erste Longplayer der Jungs, der, wie schon 
    die EP und alte Fastplant-Sachen, im Gernhart Studio unweit des Wohnortes der Band, 
    aufgenommen wurde. Das man dem Studio weiterhin die Treue hält und nicht in ein größeres 
    Studio gegangen ist um mit irgendwelchen namhaften Produzenten aufzunehmen, hat einen 
    ganz einfachen Grund: „ Die Zusammenarbeit mit Gernhart und insbesondere mit Martin 
    (Buchwalter, Produzent.), der die letzten beiden FITA-Releases produziert und aufgenommen
    hat, ist einfach ganz großartig. Martin ist einfach ein extrem lustiger, liebenswürdiger Freund 
    von uns, der hinzukommend auch noch unfassbar kompetent innerhalb seines Schaffens ist“, 
    erklärt Ole. Martin und die Band hatten sich diesmal für die Aufnahmen mehr Zeit gelassen 
    und mit den verschiedensten Dingen herumexperimentiert. Das Ziel sei es gewesen, Produktion
    und Songwriting gegenüber Decision & Action zu steigern und die Platte runder klingen zu 
    lassen, ohne jedoch in einen „aalglatten und überproduzierten Sound abzudriften“. So hat man
    zum Beispiel viel an den Songstrukturen gefeilt, die laut Sänger Ole, auf der EP noch sehr „rau, 
    unaufgeräumter und stürmischer waren, was ja auch durchaus seinen Charme hat.“ Optisch hat
    die Platte wieder Gitarrist Richard in Szene gesetzt, der schon für das Artwork der  „Decision 
    & Action“-EP verantwortlich zeichnete und nebenher für andere Leute die verschiedensten 
    Sachen gestaltet. Auf wen sich Richard bei seinen Arbeiten bezieht, war ihm nicht zu entlocken, 
    dennoch „Als einigermaßen Außenstehender würde ich sagen, dass Richard mit der Zeit einen 
    sehr schönen eigenen Stil entwickelt hat, der sich im Moment hauptsächlich über aufwendige 
    Collagenarbeit definiert“, so Ole. 

    Mit Japan erschien das Album unlägst erstmals außerhalb Europas, nachdem man in dem 
    fernöstlichen Land schon mit einem Song auf einem mit vielen europäischen Emo/Punk-Bands 
    gespickten Sampler vertreten war. 

    :: Alles beim Alten :: 

    Aber sonst „…wiederholt sich die Geschichte von vor einem Jahr. Ab jetzt werden wir noch 
    den Rest des Jahres möglichst viele Shows spielen, darunter eine Menge Festivals und eine 
    zwei- bis dreiwöchige Tour im Spätsommer.“ Ob es dabei auch ins Ausland geht, wo die 
    Band mit Ausnahme zwei CH-Gigs bisher nicht touren konnte, läßt Ole offen „Geplant wird 
    im Moment rund um die Uhr – verraten aber immer erst dann was, wenn es konkret wird. 
    Was ich aber sagen kann ist, daß wir eine Auslandstour nicht grundsätzlich ausschließen 
    würden und werden es bleibt abzuwarten, was das Jahr so bringt…“

    text: kevin goonewardena // www.emopop.net