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5 POINTE O
    Nach diversen Touren in 2002, unter anderem mit Bands wie COAL CHAMBER, 36 CRACYFISTS,

    18 VISIONS oder MUSHROOMHEAD, waren 5 POINTE O Bestandteil der ROADRUNNER ROADRAGE
    Tour der vergangenen Wochen (Interviews mit 36 CRACYFISTS und KILLSWITCH ENGAGE sind
    bald ebenfalls online). Bei ihrem Konzert im Hamburger Schlachthof am 30. Oktober unterhielt
    ich mich eine ganze  Weile mit Sänger Daniel und Gitarristin Sharon. Hier nun ein kleiner
    Auszug aus unserem Gespräch über PORNOS, GEFÄNGNISSE und RELIGION.

      Daniel:  ....oh mann, gotteidank sind wir endlich hier. Unser Fahrer kannte den Weg irgendwie nicht und plötzlich waren wir irgendwo hier, wo nur Nutten rumstanden und Tausende Sex Kinos waren. Das war echt komisch.

FrK.: Ja tagsüber ist es echt etwas komisch dort zu sein, da hängen zum Teil sehr eigenartige Gestalten rum, aber Abends ist es ok. 

Daniel: Stell dir mal diese perversen Typen vor, die sich morgens gleich  nach dem Aufstehen einen Porno reinziehen wollen und dann dorthin gehen. Mann....

    FrK.: Lass uns lieber über 5 POINTE O sprechen. Ihr seid hier in Deutschland noch nicht so 
    bekannt. Vielleicht in Europa ...(?) Stellt Euch einfach mal vor, Wo kommt ihr überhaupt 
    genau her?

    Daniel: Wir kommen aus einem kleinen Ort in der Nähe von Chicago: Gillyhead. Kennst du die
    BLUES BROTHERS? In diesem Film kommt der Ort vor...

    Frk.: Ja, ich kenne den Film, aber der Name sagt mir ehrlich gesagt überhaupt nichts.

    Daniel: Die Stadt ist bekannt für ihre Gefängnisse. Sie wird auch „Gefängnisstadt“ genannt, 
    ein kleiner Ort mit den gefürchtetsten Gefängnissen in Amerika. (ja ja.....klaro...hammmerhart)
    Wir kommen alle da aus der Gegend Eric, Casey und meine Cousins. Ich kannte unseren 
    Bassisten Sean, der wiederum unseren Drummer kannte. Wir kommandierten ihn dann 
    sozusagen aus seiner anderen Band in der er spielte einfach ab. Es war ein langer Weg bis alle
    zusammen waren. Wir hatten alle vorher schon Erfahrung in anderen Bands sammeln können
    die wir früher oder später alle für diese neue Band aufgaben.

    Frk: Und 5 POINTE O existiert nun seit drei Jahren?

    Sharon: Nein seit 5 Jahren.

    Frk.: Ach echt... das ist ja schon eine ganze Weile... Wie alt ward ihr denn, vor fünf Jahren? 

    Daniel: Ich war fünfzehn; jetzt bin ich zwanzig.

    Sharon: dreizehn

    Frk.: Wie habt ihr denn angefangen. Habt ihr das ganze Ding von Anfang an Ernst genommen? 
    Machen das alle Kinder in Gillyhead (oder so) so. Konntet ihr da sofort auch Gigs bekommen?

    Sharon: Naja, am Anfang vielleicht nicht so richtig, aber mit der Zeit, als wir auch Kohle für 
    Equipment darin stecken hatten schon. 

    Daniel: Wir konnten schon spieln, aber in Gillyhead gibt es keine Clubs oder so. 
    Wir sind meistens dann in Vororten von Chicago oder in Chicago selbst aufgetreten. 
    Aber sehr viele Jugendliche in unserer Gegend machen Musik. Es gibt viele Bands; 
    ich selbst war schon mit zwölf in einer Death Metal Band (!!!!!  .....hört hört)
 

      FRk: Wie sieht es bei Euch denn mit dem Songwriting aus. Ihr habt zwei Gittaristen, Keyboards- wer macht da was und schreibt die Songs, oder entstehen die beim Jammen?

Daniel: Es hat angefangen, dass immer jemand eine konkrete Idee mit in den Proberaum gebracht und vorgespielt hat. Wir sind jetzt an einem Punkt, wo wir alle zusammen schreiben. Das funktioniert hervorragend. Wir schreiben uns zum Teil sogar gegenseitig unsere Parts. 

    Frk.: Aber die Texte schreibst doch schon Du, oder?

    Daniel: Ja, zwar auch nicht wirklich alles, also den Background oder so nicht unbedingt,
    aber schon alle wichtigen Teile.

    FRk.: Ja, die Thematiken sind ja recht interessant, und ich war ein wenig verwundert, 
    als ich sie las. Es geht um viele spirituelle Dinge: Buddhismus, Schamanismus....

    Daniel: Ein wenig von allem; alles was das Leben so angeht. In sehr vielen Musikrichtungen 
    wie Metal oder Hardcore geht es meistens immer nur um ein Thema, oder eine Stimmung. 
    Ich finde, man sollte das schon etwas umfassender betrachten. Musik sollte immer mit dem 
    Leben zu tun haben, und du bist nun mal einfach nicht jeden Tag deines Lebens angepisst 
    oder scheiße drauf.

    FRk.: Aber in welchem Verhältnis stehst du denn zu den religiösen Inhalten?

    Daniel: Ich bin keine sehr religiöse Person, hingegen aber ein spiritueller Mensch. Ich stecke 
    da einfach drin, genau wie andere Menschen, die an das Christentum glauben, und ihren 
    Glauben an etwas richten wovon sie nicht wissen was es ist oder ob es existiert. Ich meditiere 
    lieber oder mache andere spirituelle Dinge. Dies steht aber nicht im Konflikt mit Religionen wie
    dem Christentum. Ich finde Christentum gut; ich finde jede Religion gut, die Menschen 
    glücklicher und ausgeglichener machen kann. Wenn jemand die Bibel ließt und etwas Gutes
    darin findet dass ihm in seinem Leben weiterhilft ist das klasse, nur wenn jemand dieses Buch 
    als einzig wahres akzeptiert und keine weiteren Meinungen zulässt ist das beschissen.

    FRk.: Klar, das versteh ich. Und du bist auch kein Buddhist?

    Daniel: Nein....ich informiere mich in alle Richtungen...

    Sharon: Das ist das, was wir alle machen. Sehr viel Lesen und Hinweise suchen, die uns 
    weiterhelfen können in unserem Leben.  Positive Dinge in uns aufsaugen um gut zurecht zu 
    kommen in den Situationen in die man gerät.

    Daniel: Ich glaube wirklich an nichts bestimmtes. Ich stehe allem erst kritisch gegenüber nehme
    die guten Dingen zu meinen dazu und versuche so meine eigene Philosophie zu entwickeln. 
    Ich glaube dabei weniger an Religion oder Regeln, vielmehr an Beziehungen zu Menschen. 
    Ich bin an unterschiedlichen Kulturen interessiert und möchte möglichst viel über diese erfahren.
    Am Anfang sehen Regeln und Lebensweisen immer sehr unterschiedlich aus; 
    aber nach näherem Betrachten erkennt man, dass fast alles identisch ist.

    jonas.