INTERVIEW
MIT CHRIS VON ILL NINO
in der Markthalle Hamburg, am 10-10-2002
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FrK: Hallo Chris. Wie gehts Dir? fühlt
es sich gut an in Deutschland zu sein? Ihr seid ja mittlerweile seit April letzten Jahres
unterwegs... ChrIS:
Ja, seit fast 2 Jahren schon. Wir haben in ca 20 Ländern gespielt. Viele Konzerte
überall in Europa, Japan Amerika und so.
FrK: Ihr hab doch auch auf dem Ozz Fest
gespielt, wie war das denn? |
ChrIS:Ja, zuerst haben wir
auf dem europäischen OZZ FEST gespielt und dann in Amerika.
Das war schon geil, wir haben super viele Fans getroffen
und auch neue kennengelernt
und dazu gewonnen. Das ist ein hervorragendes Konzert
für eine Band wie uns.
FrK: Ihr hab doch auch auf dem Ozz Fest gespielt, wie war
das denn?
Ja, zuerst haben wir auf
dem europäischen OZZ FEST gespielt und dann in Amerika.
Das war schon geil, wir haben super viele Fans getroffen und auch neue
kennengelernt
und dazu gewonnen. Das ist ein hervorragendes Konzert für eine Band
wie uns.
FrK: Was meinst du mit Band
wie wir?
ChrIS: Eine Heavy
Band, aggressive!
FrK: Ok, dann laß uns doch
mal über eben diese Band sprechen: kann man sagen,
daß ILL NINO von Dave Chavarri ins Leben gerufen wurde, oder wie
sahen
die Anfänge der Band aus?
ChrIS: Dave fing an mit
dieser Band, aber es waren außer Ihm komplett andere Mitglieder.
Diese Band haben dann Dave und ich so richtig begonnen. Als er mit PRO
PAIN aufhörte,
war er auf der Suche nach einer anderen Band, und anderer Musik,
verstehst du? Ich habe
dann angefangen einige Songs zu schreiben und weißt du, ich schreibe
halt keine Lieder wie
PRO PAIN, sondern eher Musik wie du sie nun mit ILL NINO hörst. Ihm
gefielen meine
Songs und so begannen wir damit weitere Leute ausfindig zu machen die
eine ähnliche
Vision hatten. Ich kannte Mark Rizzo (guitaR) schon viele Jahre, fragte
ihn, ob er Lust
hätte einzusteigen und bei uns Gitarre zu spielen. Er wiederum kannte
dann Lazarro
unseren Bassisten. Ich traf Jardel als er mit einer anderen Band
auftrat und fragte ob
er dabei ist. Roger haben wir dann zusammen irgendwie ausfindig
gemacht.
FrK: Du bist doch
eigentlich auch Bassist, oder?
ChrIS: Ja schon, aber ich
schreibe Songs auf der Gitarre, eigentlich spiele ich fast alles.
FrK: Und die Texte,
schreibst Du die auch alle?
ChrIS: Ja die meisten. Auf
dem ersten Album habe ich fast alles geschrieben, Musik und Texte.
FrK: Meinst du jetzt
"REVOLUTION REVOLUCIÓN", oder eure wirklich erste Platte?
ChrIS: "REVOLUTION
REVOLUCIÓN" ist eigentlich unser erstes richtiges Album,
was wir vorher in 2000 gemacht haben würde ich als ein etwas besseres
Demo bezeichnen.
Gerade befinden wir uns aber wieder in einem Zustand, wo wir etwas
neues kreiren und
nach außen tragen wollen. Alle sind echt richtig heiß drauf, das
nächste Album aufzunehmen.
Wir sind super kreativ und überlegen, in welche Richtung die nächste
Platte gehen wird.
Es wird sich schon in eine ähnliche Richtung entwickeln, aber wir
haben alle den Anspruch
an uns, besser zu werden. Wir wollen nicht stehen bleiben und weiter
wachsen.
Es ist klasse die ganze Zeit zu touren aber wir freuen uns auch drauf
nach Hause zu
kommen und ins Studio zu gehen.
FrK: Wo ist denn Euer zu
Hause?
ChrIS: Wir wohnen alle ca
10 Minuten von Manhatten entfernt.
FrK: Aber deine Wurzeln
liegen doch wohl eher in Südamerika.
ChrIS: Ja, ich wurde in Rio
geboren und bin in Venezuela aufgewachsen.
FrK: Und kommst Du gut
damit klar beziehungsweise entspricht dieser jetzige Lebensraum
deiner persönlichen Wahl? Du sprichst ja sehr viel von Revolution und
so, steht das in einem
Konflikt zueinander?
ChrIS: Es hat auf jeden
fall nichts mit Politik zu tun. Ich glaube nicht daran, daß Politik das
richtige Instrument ist, die Welt zu ändern. Veränderungen müssen
immer aus jedem einzelnen
Menschen hervorgehen. Du mußt in deinem Leben oft deine Einstellung
ändern und dich neuen
Gegebenheiten anpassen. Dazu gehört auch, seine Ziele zu überdenken
und unter Umständen
auf neue Situationen abzustimmen.Ich denke viele Leute haben Ihr ganz
persönliches Licht am
Ende ihres eigenen Tunnels noch nie gesehen und wissen oftmals gar
nicht wieso sie sich gerade
so fühlen, wie sie sich fühlen. So sollte jeder in seiner eigenen
kleinen Revolution herausfinden,
was es mit dem Mensch an sich auf sich hat und welche Rollen und
Aufgaben ihm übertragen
worden ist.
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FrK: Ist das auch das, was du in "What
Comes Arround" sagst: das Gefühl zu haben, etwas sagen oder ändern zu wollen und es
dann doch nicht zu wagen. ChrIS: Weißt du, du lebst dein ganzes verfluchtes Leben lang mit dem
Gefühl, was sagen zu wollen, und wenn du dann irgendwann die Chance dazu bekommst,
vermasselst du es und hältst die Schnauze. |
Bei mir ist es so gewesen,
ich suchte das ganze Leben lang nach einer Unterhaltung und
als ich 18 Jahre alt wurde und die Chance hatte das
Gespräch zu führen, hatte ich nichts zu sagen.
Dafür steht dieser Song. Du denkst so lange über etwas
nach, bis das ganze Thema an sich in
deinem Kopf so oft hin und her geht, daß es sich
irgendwann selbst aufhebt.
FrK: Also viele Lösungen, die dann nicht mehr
zusammenpassen und sich zu einem
"Richtigen" zusammen fassen lassen.
ChrIS: Ja, ganz genau so
fühlt sich das an.
FrK: Ist das die Stimmung
vom ganzen Album?
ChrIS: Es geht die ganze
Zeit um das Leben im Grundlegenden.... Ich spreche Dinge ungern
explizit aus sondern umschreibe lieber und lasse einiges aus. Ich
könnte mich natürlich auch
nun hier hinsetzen und Dir genau erzählen über wen oder was ich einen
Song geschrieben habe,
aber ich schreibe eher über meine Gefühle in bestimmten Situationen
und wie ich meine
gesteckten Lebensziele erreichen kann. Viele Menschen haben gar nicht
mehr die Möglichkeit
ihre eigenen Träume zu deuten und daraus zu lernen. Träume werden in
der heutigen Zeit
vollkommen vernachlässigt. Deswegen folgen diese Menschen ihrem
Verstand und nicht
unbedingt dem was ihr Herz ihnen rät..
FrK: Laß uns doch noch mal
eben über euer Album sprechen, oder vielmehr über die
Produktion. Ihr habt mit Ron St. Germain zusammengearbeitet. War das
ok? wollt ihr
wieder zusammenarbeiten?
ChrIS: Also vielleicht
nicht unbedingt wieder zusammen aufnehmen. Wir denken schon daß
St. Germaine gut für die Aufnahme war, aber alles mußte irgendwie von
uns kommen.
Er hatte keinen großen Anteil an der Produktion. Wir würden lieber
mit jemandem
zusammenarbeiten der die gleiche Vision hat wie wir und versucht diese
aufzunehmen
und etwas noch größeres daraus zu machen.
FrK: Hört sich das Album
denn anders an, als ihr es gern gehabt hättet?
ChrIS: Nein eigentlich
nicht. Es geht sehr straight nach vorne und das ist das was wir auch
dabei gefühlt haben, als wir damit beschäftigt waren. Es wäre
einfach gut jemanden zu haben
der uns eine weitere Richtung aufzeigt. Ron St. Germaine ist kein
schlechter Produzent aber er
hat nicht so viel Kreativität. Verstehst du was ich meine? Wir wollen
jemanden haben der mehr
kann als wir selbst. Das muß niemand bekanntes sein sondern vielleicht
auch einfach jemand
von der Straße.
FrK: Ok, ich
verstehe.....(vielleicht wüßte ich da noch jemanden)...alles gute und weiterhin
viel Spaß auf der Tour..
ChrIS: Ok mann...war nett
mit Dir zu plaudern
.jonas
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