morningbefore
Was kann man über Morning Before erzählen?!
Einige haben sicherlich schon von der Band
gehört, viele sicherlich aber auch noch nicht.
Schade eigentlich, denn da reift im Süden
Deutschlands ganz still und heimlich eine Band
heran, die seit vier Jahren kontinuierlich sehr
schönen Indie Pop machen. Aus dem Grunde haben
wir uns mal mit Matthias (bass) über
Morning Before unterhalten.
Lass
uns damit beginnen Morning Before mal ein wenig vorzustellen... also wer spielt was
und was macht ihr sonst noch so?!
Morning Before sind Julia (mikro), Johannes (gitarre, vocals), Stefan (drums) und
meine
Wenigkeit (bass, vocals und was sonst noch so
alles anfällt). Wir studieren eigentlich alle
irgendwas, außer Julia, die schon ihr eigenes
Geld nach Hause bringt.
Wie
würdest eure Musik definieren?
Das
ist immer sehr schwierig, seine eigene Musik zu definieren und das überlasse ich
normalerweise auch lieber anderen Leuten.
Eigentlich machen wir Popmusik, im guten Sinne
des Wortes. Meistens werden wir auf Flyern
nd Reviews mit Indie/Emo-Pop/Rock mit
weiblichen Vocals beschrieben, womit ich ohne
Probleme leben kann.
Ist eben Gitarrenmucke.
Was
sind eure musikalischen Einflüsse... gibt es Bands, die euch inspirieren oder euch
in
irgendeiner Hinsicht beeinflusst haben?
Was
die musikalischen Einflüsse angeht, kann ich absolut nur von mir sprechen, da wir alle
aus
unterschiedlichen musikalischen Richtungen kommen
und auch privat sehr unterschiedliche
Musik hören. Radiohead haben mich musikalisch
und künstlerisch sehr beeinflusst und tun dies
mit jeder Platte aufs Neue. Es gibt für mich
momentan keine interessantere Band, die mich mehr
beeindruckt, sei es auf Platte oder live. Fugazi
sind immer noch eine sehr geile Band, vor allem
was die Einstellung anbelangt und wie sie ihre
Kunst behandeln. Es gibt eigentlich kaum eine
Band, auf die wir uns alle einigen könnten, und
das ist auf der einen Seite sehr interessant und
macht uns eben auch unter anderem aus, kann aber
unter Umständen etwas anstrengend sein.
Vor
kurzem habt ihr eure neue EP "The News Romantics" veröffentlicht; hat sich
in
musikalischer Hinsicht oder andersweitig was
verändert?!
Ich
denke, wir haben uns musikalisch weiterentwickelt oder hoffe dies zumindest, denn
insgesamt, finde ich, sind die Songs besser
durchstrukturiert und in sich schlüssiger als noch
auf "Sunblind". Die neuen Songs haben
eine stärkere Popstruktur und sind generell etwas
einfacher aufgebaut als die älteren Songs. Für
uns stand dieses Mal der Song an sich absolut
im Mittelpunkt und nichts anderes, er sollte in
sich stimmig sein und als Ganzes funktionieren,
genauso wie die Platte einen roten Faden haben
sollte. Es ist uns wichtig, ein Album oder eine
EP als ein Gesamtkunstwerk zu präsentieren, wo
alles zusammenpassen muss und da gehören
auch die Lyrics sowie das Artwork dazu. Die
Produktion ist ebenfalls besser ausgefallen, da
wir auch in einem anderen Studio waren und
konzentrierter vor der Platte an unserem Sound
gearbeitet haben. Ansonsten hat sich nicht
viel verändert. Will heißen, wem "Sunblind" gefallen
hat, der wird mit Sicherheit auch an "The
New Romantics" seine Freude haben.
"Sunblind" habt ihr noch auf Pateline veröffentlicht, "The New
Romantics" auf Strange Fruit...
wie kam es dazu?
Pateline gibt es leider mittlerweile nicht mehr, da Thorsten aus persönlichen
Gründen
beschlossen hat, das Label niederzulegen.
So waren wir also gezwungen, uns nach einem
neuen Zuhause umzuschauen, das wir mit Strange
Fruit auch bald gefunden hatten. Uns war es
wichtig, mit Menschen zusammenzuarbeiten, mit
denen wir menschlich auch auf einer
Wellenlänge waren und das ist bei Strange Fruit
auf alle Fälle so.
Wir sind soweit sehr zufrieden.
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Obwohl beide Platten von der Presse sehr gut aufgenommen wurden, kennen euch
wahrscheinlich noch nicht so viele Leute; wurdet ihr noch nicht von größeren Labels
angesprochen? Ja, da hast du recht. Beide Platten wurden eigentlich
sehr gut von der Presse aufgenommen, aber ohne ein wirklich finanzkräftiges Label im
Rücken ist es oft schwer, die nötige Promotion zu erhalten und damit deinen Namen etwas
bekannter zu machen. Da muss man als Band eben umso härter arbeiten, um sich einen
Namen zu machen bzw. zu erspielen. Bisher wurden wir noch von keinem
"größeren" Label angesprochen, was auch völlig ok ist, denn das war nie unser
wirkliches Ziel, einen großen Deal an Land zu ziehen. Wir wollten einfach gute Musik
schreiben, viele nette neue Menschen kennenlernen und eine Menge neuer Erfahrungen
sammeln. In dieser Hinsicht, haben wir unser Ziel auf alle Fälle erreicht. Alles
was jetzt noch kommt oder kommen möge ist sozusagen Bonus. |
Wer
kümmert sich eigentlich um die ganze Promo Arbeit, da dürfte ja dementsprechend
viel
an euch hängenbleiben, oder?
Natürlich macht das Label auch Promo für die Platte, aber einen guten Teil machen wir
bzw.
ich schon selbst. Da kommt schon ein Haufen
Arbeit auf einen zu, aber im Endeffekt macht die
Sache ja auch Spaß , sonst würde man die
Ochsentour ja nicht machen. Ist einen Hut zu
kriegen und irgendwie habe ich nie genug Zeit,
all die Dinge zu tun, die ich mir vorgenommen
habe. Wenn man mit netten Leuten zusammenarbeitet
macht es die ganze Sache wesentlich
einfacher, angenehmer und interessanter.
Wie
lange gibt es Morning Before jetzt eigentlich, hat sich seitdem einmal die Besetzung
geändert?!
Wir
sind seit ca. 4 Jahren unterwegs. Die Besetzung hat sich bis vor ein paar Wochen
nicht
verändert, bis unser Gitarrist Tobi aus
zeitlichen Gründen das Boot verlassen hat. Wir sind
immer noch gute Freunde und er fährt manchmal
immer noch auf Shows mit, wenn er Zeit hat,
um unseren Sound zu machen oder Platten zu
verkaufen. Ich würde sagen, wir sind mittlerweile
eine ziemlich eng zusammegewachsene Gruppe, bei
der jeder jeden ziemlich genau kennt und
weiß, wie er in manchen Situation reagieren
muss.
Ich
hab gehört du warst straight edge... wie ist denn deine Einstellung zu Drogen im
allgemeinen?!
Bin
immer wieder verwundert, woher die Leute das eigentlich wissen, da ich in Interviews
öfters
darauf angesprochen werde. Also meine
Einstellung zu Drogen hat sich nicht grundlegend
geändert, auch wenn ich ab und an mal etwas
trinke. Ich denke, Drogen und damit meine ich
jegliche Art von Drogen, sei es Tabak, Alkohol,
Koks oder Fernsehen etc. können für manche
Menschen sehr gefährlich sein, wenn sie nicht
damit umgehen können. Im Endeffekt muss aber
jeder für sich entscheiden, was für ihn/sie
richtig ist, da Menschen eben unterschiedlich sind und
auch aus den unterschiedlichsten Gründen Drogen
konsumieren. Ich habe Freunde, die über 15
Jahre auf regelmäßiger Basis verschiedenste
Drogen konsumiert haben und sich durch die
Erfahrungen mit der Droge in ihrer
Persönlichkeit bereichert sehen und dies auf keinen Fall
missen möchten. Ich kann da nur für mich
sprechen, aber das ist nicht meine Herangehensweise.
Ich fühle mich ohne Drogen einfach besser und
kann mehr Sachen machen, die mir wichtig sind,
vor allem in kreativer Hinsicht. Ich
könnte nicht behaupten, dass ich mit Hilfe von Drogen
besser schreiben oder Musik machen könnte.
Die Annahme, dass mit Drogen kreativer zu
arbeiten ist, halte ich bis auf sehr wenige
Ausnahmen für ein sehr großes Gerücht.
Gibt
es eine Band, mit der du unbedingt mal zusammenspielen willst?!
Also
mit Radiohead eine Bühne zu teilen, wäre für mich schon das Größte, obwohl wir uns
da
wirklich sehr warm anziehen müssten, um nicht
ganz alt auszusehen, was neben einer Band wie
Radiohead nicht gerade schwer ist.
Können wir euch demnächst noch irgendwo auf der Bühne sehen?
Wir machen jetzt eine kurze Sommerpause, um das Sommerloch zu überbrücken, wollen
aber
schon Ende August wieder loslegen und die
Republik beackern. Wahrscheinlich sind wir auch
noch auf ein paar kleineren Festivals im
Spätsommer vertreten. Auf jeden Fall sollte jeder mal
auf www.morningbefore.de
vorbeischauen, da gibt es unter anderen auch immer die aktuellen
Tourdaten. Vielen Dank für das Interview, hat
Spaß gemacht.
frankie.
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