>>> 29.03.2004: Beatsteaks, Billy Talent .::. Köln - LMH
Jogginghose bunt gefleckt? Nein, solche Konzertbesucher habe ich in der
ausverkauften
LMH nicht gesehen. Dafür aber umso mehr
kreischende Mädels, die ihren ersten Heulkrampf
im Moment des Auftritts von Benjamin Kowalewics,
Sänger von Billy Talent, verzeichnen
konnten, um prompt nach einer dreiviertel Stunde
für ??? von den Beatsteaks dahinzuschmachten.
Nun gut, da steckt man Gott sei Dank nicht drin
(mhh das hört sich aber seltsam an
).
Meiner einer war selbstverständlich aus
musikalischen Gründen angereist, um beide Bands
zum zweiten Mal live zu sehen.
Billy
Talent machten gegen Neun den Anfang, die Halle zu rocken. Meine Erwartungen
wurden jedoch nur teils erfüllt, hatte ich die 4
Kanadier doch erst im November 2003 im
Underground um die Ecke live erleben dürfen. Und
die Energie und die Aggression kamen
dort auf der wesentlich kleineren Stage direkter
an die Zuhörer. Trotzdem strotzten Billy
Talent wieder vor Wut, Freude, Spontaneität und
Rock.
Dem
begeisterten Publikum wurde beinahe die gesamte Setlist des Debütalbums geboten
und weder Try honesty, noch
This is what you get und Prisoners of today fehlten.
Verwunderlich fand ich die äußerst textgewandte
Menge, die beinahe zu jedem Lied
mitgröhlte. Der Spuk war nach circa 35 Minuten
mit einem Schlagzeug, Bass, Gitarren-
sologemenge genau so schell zu Ende, wie er
begonnen hatte und sichtlich erschöpft
zogen Billy Talent unter tosendem Applaus von der
Bühne.
Vorhang auf für die eigentliche Hauptsensation des Abends. Das 5köpfige Berliner
Taktfleisch betrat mit Pauken und
Trompeten (im übertragenen Sinne) die Bühne...
Das brandneue Album Smacksmash wird
überwiegend präsentiert, samt Vorab-Single
Hand in hand, musikalisch sehr gut.
Die Hardcore-Fans der Beatsteaks scheinen eher
verhalten auf die neuen Stücke. Dann
Summer, Let me in, die Krönung Schlecht
schrie Bernd, das gefiel besser. Zwischendrin
nahmen die Jungs immer wieder sehr nett
Kontakt zum Publikum auf, zum Manowar-Tribut wird
ein Drummer aus dem
Publikum gesucht.
Prompt fand sich Jan, so um die 17/18 aus der
ersten Reihe. Die Menge kochte.
Der Bursche kriegte das erstaunlich gut auf die
Reihe, ein paar Verspieler zwar, aber
Aufregung und Adrenalin forderten ihren Tribut.
Dann kam das, beinahe schon obligatorische
Surfbrett ins Spiel. Darauf durfte Jan, der Held
des Abends (?), bis zum Merchandisingstand
am Hinterausgang auf der Menge surfen, zwecks
kostenlosen T-Shirts, schaffte es aber
bedauerlicherweise nur bis kurz vor das Mischpult
und stürzte. Mein persönliches Erstaunen
galt jedoch der Stimme von Sänger Arnim. Ob
melodischer Gesang oder Screamparts,
es klang fast playbackgleich. Sehr gute
Leistung.(?)
Musikalisch ein toller Abend; Stimmung hätte allgemein etwas besser sein können und
ohne
anschließenden Hörverlust für 3 Tage wäre es
ebenfalls angenehmer gewesen. Aber was tut
man nicht alles für die liebe, Achtung lustiges
Wort, Musi!
text: michi
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