>>> 18.08.2001: Bizarre Festival .::. Weeze
Aus verschiedenen Gründen
war es uns erst am 18. August möglich, das Bizarre zu besuchen.
So also waren wir umso erfreuter, dass am 18. die Sonne aus vollen
Röhren schoß. Auf dem
Weg nach Weeze kurz vor Kleve trafen wir die Thomas D Crew an `ner
Tankstelle, die mit
`nem ziemlich fetten Liner über die Straßen schlich und nach kurzem
Smalltalk setzten wir
unseren Weg fort.
Als wir dann in Weeze
ankamen freuten wir uns ersteinmal über die gute Beschilderung, jedoch
sollte diese Freude nicht lange anhalten, denn kurze Zeit später
bereits merkten wir, hier herrscht
Chaos total. Keiner der Parkwächter und Wegweiser schien wirklich zu
wissen, was eigentlich
Sache beim Festival war. Und so wurden wir von Platz A nach B über C
nach D geschickt, bis
wir schließlich wieder am Ausgangspunkt E ankamen und dort die
Information erhielten, dass
die Pressetickets, Backstagepässe, etc. an der Kasse ausgegeben
werden.
Na toll!
Der ganze Stress für nichts!
Desweiteren sei an dieser Stelle gesagt, dass es höchste Zeit für`s
Bizarre wird, bessere Securities
an den Start zu bringen und nicht irgendwelche Gehirnakrobaten, die
versuchen, sich als Chef
des Ganzen aufzuspielen immer wieder aus den Gehegen zu lassen.
Nachdem wir dann unseren
Twingo auf dem großen Parkplatz abstellten, weil uns alles andere
einfach zu doof war, drehten wir uns erst mal `ne
große, fette... danach war alles besser.
Wir gingen zur Kasse und
dort ging es dann weiter... der Computer ist ausgefallen. So mussten
wir erst wieder einmal `ne halbe Stunde warten, bevor wir dann endlich
unsere VIP- Sachen in
der Hand hielten. Nun gut, erschöpft durch die Hitze und die
Planlosigkeit der eingesetzten
Hilfskräfte auf dem Bizarre, machten wir uns dann erstmal auf zum VIP
Zelt.
Dort angekommen waren wir ersteinmal wieder erfreut.
Nette Leute, ein überdachter Backstagebereich, kühle Getränke, Eis,
Tische und Stühle lachten
uns an und mussten auch nicht lange auf uns warten.
Der Regenerierungsprozess
lief ab und so langsam freuten wir uns auch alle auf dem Bizarre zu
sein. Kurze Zeit später machten wir uns dann mal auf zum
Festivalgelände.
Wir begannen unsere Tour
vor der Session Bühne wo gerade black milk einen Einblick in ihr
musikalisches Schaffen erlaubte. Und es war geil! Richtig geil! Nicht
selten fühlte man sich an
GlassJaw erinnert, doch das machte gar nichts, denn diese
Band war einfach geil. Begeistert
checkten wir uns was zu trinken und trafen uns dann wieder vor der
Session Bühne wo nun
ESTATE loslegten, die uns bereits ein Begriff waren. Doch
ihnen machte der Sound von
Beginn an einen Strich durch die Rechnung. Zwar standen auf der Bühne
etliche Instrumente
herum, Keyboards, Effekte, etc., doch hören konnte man davon gar
nichts!
Warum?
Wahrscheinlich konnten sich das ESTATE ebenso wenig
erklären, denn sie hörten auf der
Bühne, laut Aussage des Vocalists, überhaupt gar nichts. Dennoch
versuchten sie ihr bestes,
doch der Sound war wirklich zu sehr am Arsch, als das man sich wirklich
überzeugend
präsentieren konnte. Schade, denn ESTATE hätten bei
Mitspiel der Technik vielleicht
wirklich noch eine Überraschung des Festivals sein können.
Danach bewegten wir uns in
Richtung große Bühne. Die Queens Of The Stone Age waren
bereits dran mit ihrem Set und einigen in der Menge schien das ganz gut
abzugehen. Hier wurde
fett gerockt und für einige Stoner dürfte dies bereits ein kleiner
Höhepunkt gewesen sein,
wenn auch zeitlich gesehen etwas früh platziert. Überraschend kamen
zwei neue Songs des
kommenden Albums Songs for the deaf, welche sich nach
erstmaligem Hören bereits als fette
Rocksongs im Ohr festsetzten.
Anschließend gaben
New Model Army ihres zum besten, doch muß ich ganz ehrlich sagen,
dass ich mit ihrer Musik nie besonders viel anfangen konnte und diese
mich auch auf dem
Bizarre nicht wirklich berührte. Zwar hatten sie einen megafetten
Sound und spielten auch ganz
ordentlich, doch vielleicht hätte man auch einen anderen Act für
dieses Festival verpflichten
können, z.B. die deftones oder eine Band wie
ORGY.
Weil es für uns eher
langweilend war, besuchten wir zwischendurch die Second Stage wo
Thomas D in vollem Gange war. Mit fetter Bandunterstützung
(ex- Mitglieder von THUMB,
Lucylectric, etc.) konnte man das Publikum auf seine Seite reissen und
überzeugen. Hier wurde
fett gehiptriphopt und auch live erinnert einen Thomas D`s Soloprojekt
immer öfter an Herren
wie TRICKY oder MASSIVE ATTACK auf Deutsch.
Ganz anders als bei den
FANTASTISCHEN VIER scheint Thomas bei seinen eigenen Sachen
mehr zornig
bedacht zu sein und wird mittlerweile genial durch seine Band
unterstützt. Mittlerweile kann
man wohl sagen, dass er auch Solo zu einem fetten Liveact
herangewachsen ist.
Wir machten uns wieder auf
zur großen Bühne, chillten kurz im VIP Bereich und freuten uns auf
Stone Temple Pilots. Die Sonne ging so langsam unter und
plötzlich schien sich auf der Bühne
was zu tun. Die Pilots betraten die Stage und rockten von der ersten
Sekunde an, was das Zeug
hielt. Fast Sieben Jahre hat man sie in Deutschland nicht mehr live
sehen können und an diesem
Abend schienen sie das in einer Stunde wettmachen zu wollen. Eine
exzellente Live Show,
irgendwo zwischen Grunge und Big Entertainment, legten Stone
Temple Pilots an diesem
Abend vor und wurden dabei keine Sekund langweilig oder müde! Es war
genial, zu sehen,
wie sie ihren Grunge immer noch leben. Und sogar die jüngeren
Zuschauer schienen sich an
sämtliche Stone Temple Pilots Songs zu erinnern und
sangen, nicht immer zu unserer Freude,
beinahe das komplette Set mit. Aber wie konnte man`s ihnen
verübeln?
Sie waren halt einfach hingerissen.
Die Zugabe trug Scott nur
mit amerikanischer Flagge bedeckt vor und bekam diese am Ende
des Songs von seinen Bandkollegen abgenommen, so dass er kurze Zeit so
gut wie nackt auf
der Bühne stand. Bleibt wirklich nur zu hoffen, dass die Band,
insbesondere Scott Weiland, die
momentane Verfassung nicht verlieren und wir noch ein paar mal die
Möglichkeit haben, ihre
Liveenergie zu fühlen.
Nachdem die Pilots dann
nach ihrem grandiosem Auftritt die Bühne verließen, stieg die Spannung
erneut. Denn auch der nächste Act, Prodigy, könnte megageil werden.
War es um Prodigy auch
still geworden, so erhoffte man sich gerade aus diesem Grund frische
Energie.
Doch dem sollte nicht so sein.
Zwar wachteten Prodigy mit einem Hammersound auf, der alles wegzublasen
schien, jedoch
war die Liveperformance von Keith und Maxim einfach nur langweilend und
ihr jämmerliches
Geschrei an diesem Abend schien eher störend. Vielleicht wäre es an
diesem Abend besser
gewesen Mastermind Liam Howlett alleine auf die Bühne zu lassen, weil
dieser, zusammen mit
dem mitgebrachten Liveschlagzeuger, wirklich alles zu geben
schien.
Prodigy`s Show wirkte
routiniert und kam mit wenig Elan daher. Zwar wurden Songs wie
Firestarter oder Smack my Bitch up vom Publikum
gefeiert, doch irgendwie hätte das alles
anders sein müssen.
Wir reden hier von
Prodigy.Mann!
Die hätten vielmehr rocken müssen!
Nun denn, zum Ende hin
ließ dann auch der Sound nach und außer Bass konnte man eigentlich
gar nichts mehr raushören. Schade, denn mit diesem Auftritt werden
Prodigy nicht in die Hall Of
Fame aufgenommen werden. Bleibt nur zu hoffen, dass sich ihre Form
wieder ändert, ansonsten
dürften sie nicht mehr lange zu einem hypen Liveact gehören.
Für uns war das Ende des
Prodigy Sets auch gleichzeitig der Startschuß, um nach Hause zu
fahren. Zwar wollten wir noch so viele Acts gesehen haben, doch aus
terminlichen Gründen,
mussten wir auf und sind wirklich gespannt, wie sich das Bizarre im
kommenden Jahr gestaltet.
Alles in allem war es
dieses Jahr ein fettes Festival, mit märchenhaftem Wetter und einem recht
ordentlichem Line Up und wenn man einmal von den organisatorischen
Mängeln absieht, kann
man wohl getrost sagen ...weiter so!
...freuen uns auf 2002.
björn.
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