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     >>> 15.07.2004: Mondo Generator, Standstill, Brant Bjork... .::. Düsseldorf - ZAKK 

    .Night of the Proms. 
    „Noch eine Minute länger durch Düsseldorf und ich flippe aus!“ Doch die zarte Berührung 
    süßlichen Rauchs führt mich doch noch, vorbei an nett lächelnden Kompangions, zum gut 
    getarnten Eingang des ZAKK. Den horrenden Eintrittspreis nehmen die, die gekommen 
    waren lässig in kauf, und auch als schon nach der ersten Band die Pizza zur Neige geht 
    (da muss man bei so einem Konzert vorsorgen), kommt es nicht zu Krawallen.

    Brant Bjork stört es nicht das nur ca. 200 Leute in der Halle sind (mehr würden auf Grund 
    der breite wohl eh nicht reinpassen) und rockt durchaus souverän mit seinen Kollegen The 
    Bros. Auch der Gitarrist der Brüder entspannt sich nach ein paar Griffen zur dampfenden 
    Holzschnitzerei, welche er vorteilhaft auf seinem Marshall platziert hat. 

    Ob es daran liegt, oder am immer leerer werdenden Jägermeister von Herrn Bjork vermag 
    ich nicht zu sagen, jedenfalls begeistert die Band immer mehr mit ausgiebigen Jams und 
    Gitarrensolos, auf welche man die ersten Lieder lang verzichten musste. 

    Was der Schlagzeuger zum Abendbrot hatte möchte ich gar nicht wissen, denn was er allein 
    schon an Spaß, Begeisterung und Gesichtsausdrücken im Gepäck hat, hat man glaube ich seit 
    The Who nicht mehr gesehen. Überboten wird das ganze nur noch von seiner spielerischen 
    Leistung. Als eher ruhigen Pol zwischen wehenden Locken und ich-wär-gern-Jimi- Allüren ist 
    der Bassist zu bezeichnen, dessen Spiel die wabernden Töne und Fiedeleien mit sanfter Hand 
    packt und strafft.

    Irgendwas von Fu Manchu hat natürlich keiner erwartet, doch als mitten im vorletzten Lied ein 
    sichtlich gut gelaunter Nick Oliveri auf die Bühne schleicht, um dann mit wahrlich 666 MpH 
    Gardenia von Kyuss anstimmt, werden doch auch die heimlichen Hoffnungen vieler erfüllt.
    
    Auch venn die Cds von Brant Bjork einen nicht so richtig vom Hocker reissen mögen, 
    live jedoch: Wüstenrock aller erster Sahne!

    Standstill. Ein Sänger gibt alles, mein Trommelfell auch. Das man einen dichten Sound oder 
    womöglich Atmosphäre auch ohne Rückkopplung, Verzerrung, zu viel Hall auf dem Mikro 
    oder halt schlichtweg Lärm schaffen kann, ist wohl an den bärtigen Jungs aus Spanien 
    vorbeigegangen. Auch der Einsatz von Akustikgitarre und Keyboard kann da nicht viel dran 
    ändern.

    Das Zusammenspiel der Herren ist dagegen grandios. Ausgeklügelte Songstrukturen welche 
    zwischen melodisch, theatralisch und brachial wechseln, begeistern nicht nur die Fans.
    Nach 50 Minuten „Emocore“(oder was auch immer)-Show ist mein Gehörgang dann frei.

    Kaum jemanden an diesem Abend juckt die Nase so doll wie Nick Oliveri. Eigentlich sollte 
    ihm mal wer ein Taschentuch reichen, aber der Kurzhaarträger scheint eh vollkommen in seiner
    eigenen Welt zu sein. Ein wenig Bodenständiger hingegen wirken die anderen Musiker von 
    Mondo Generator.

   Am Schlagzeug, Alfreado Hernandez, welcher schon bei QUOTSA überragendes Getrommel 
   ablieferte ist ein guter Ersatz für Brant Bjork.

    Dave Catching, dem Rockerfahrung geradezu ins Gesicht geschrieben scheint, führt die Kapelle
    von einem knallharten Riff zum nächsten und von da aus weiter zum nächsten Song.

    Abgerundet wird das ganze von einer tadellosen Molly McGuire am Bass, welche jedoch eher 
    durch ihr knappes Krankenschwesteroutfit inkl. Strapse die Männer und auch Frauen der Halle
    zum kochen bringt, als durch ihr Spiel.

    1 Std. 15 min., keine Ansagen, kein Gelaber, 100% Rock!
    Es wird gespielt was von der neuen Platte erwartet wird (Here We Come, Like You Want…), 
    ein wirklich monströses Simple Exploding Man und 13th Floor dürfen natürlich auch nicht 
    fehlen. Dazu gesellen sich noch die beiden Hits Jr. High Love und Eccentric Man von den 
    Desert Sessions, zwei neue Stücke werden präsentiert und sogar noch I´m Gonna Leave You 
    und Ode to Clarissa von den Queens of the Stone Age.

    Oliveri schreit und kreischt über alle Maße erhaben, sodass man zeitweilen sogar denkt sein 
    Kopfe müsse gleich platzen. Richtiges singen sollte er aber am besten Ex-Kollegen Homme 
    überlassen. Auch der Versuch Mark Lanegans part von Four Corners zu singen löst bei mir 
    Würgereize und Aggressionen aus. Dann lieber sein lassen.

    Als dann als Zugabe der Kyuss-Kracher Allen´s Wrench gespielt wird ist alles vergeben und 
    vergessen, und mir bleibt nichts anderes übrig als noch eine selbstgebrannte EP bei der netten 
    Dame am Merchandising-Stand zu kaufen und dann wohl berockt nach Hause zu fahren. 

    text: marco