>>> 11.03.2001: Taproot, Linkin Park, Deftones .::. Cologne - Palladium
11.03.01,
ca. 20.05h stand ich nun da, ...mitten im Palladium. Obwohl ich mich schon lange
nicht mehr so auf ein Konzert gefreut habe wie
auf das der deftones an diesem Abend, war ich
bereits zu diesem Zeitpunkt schon mächtig
angepisst. Auf der offiziellen Eintrittskarte stand
Beginn 20.00Uhr, jedoch war zu diesem
Zeitpunkt, 20.05h, der Gig von taproot bereits
vorbei. Tolle Sache!
Während die Umbaupause von statten ging, drehten wir uns `ne Luxuszigarre und
versuchten
den Ärger zu verdrängen. Dann, Linkin Park. Man
kann ja nun über diese Band denken, was
man will, ich für meinen Teil find` Linkin Park
recht fett und auch an diesem Abend bestätigte
sich meine Meinung. Einziges Mankel war
der etwas dünn ausfallende Gitarrensound,
ansonsten verstanden es Linkin Park mich und die
übrigen 4000 Gäste mitgrooven zu lassen.
Zwar war man mit den Ansagen und der
Kommunikation mit dem Publikum mehr als sparsam,
dieses wurde jedoch durch akrobatische Movements
auf den Boxen wieder wett gemacht.
Als
Linkin Park dann jedoch zum Ende kamen, machte ich mich völlig frei für die deftones.
Nicht nur, dass sie seit dem Erscheinen des
Adrenaline Albums (1996) zu meinen absoluten
Lieblingsbands zählen, nein, es war auch schon
zwei Jahre her, dass ich sie das letzte mal live
bewundern konnte.
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Also warteten wir und
drehten und drehten und beobachteten dabei das Geschehen hinter dem riesengroßen, roten
deftones Banner mit dem weißen Pony in der Ecke auf der Bühne. Dann war es soweit, Stille kehrte ein und man konnte die
Erwartungen in dem Raum förmlich spüren. Dann die ersten Gitarrentöne, be quiet
and drive. Wow! Dieser Song als Opener... genial! Dann kommen die Drums, wie ein
Kanonenschlag knallt die Bass Drum über die Boxen, mit ihrem ersten Schlag fällt auch
das riesige Banner und die Sicht zur Bühne, der Blick auf die Band ist frei. |
Nicht nur
wir, sondern auch die deftones scheinen mächtig breit zu sein, doch als Chino dann
beginnt zu singen wird alles klar... dieser Abend soll
etwas ganz besonderes werden.
Es war der Hammer, ...zwar nervten mich die Teenies neben
mir, die bei be quiet and drive
entsetzlich schief mitgegröhlt haben, doch sie
verpissten sich nach ein paar bösen Blicken und
so konnte es weitergehen. Song für Song kamen
Erinnerungen in mir hoch. Ich war in meinem
völlig eigenen Film. Dann, alles wird dunkel,
erneute Stille kehrt ein, Chino greift zur Gitarre,
die ersten Töne von change erklingen
nd plötzlich verwandelte sich der gesamte Hintergrund
der Bühne in einen funkelnden Sternenhimmel, was
mir ersteinmal kurz die Luft weghielt.
Hammerhart! Das war Atmosphäre! ...das war
Zauber!
Mit
dem Ende von change verschwand auch der Sternenhimmel wieder und kam erst
einige
Songs später, mit der genialen Nummer
digital bath, wieder. Und der Zauber wirkte wieder.
Perfekter hätte man diese Art von Lightshow gar
nicht einsetzen können...
das heißt, mit einer Ausnahme...
Während dem Finale von Korea flimmerte ein deftones Schriftzug in allen
möglichen bunten
Farben über der Bühne, was mir persönlich
schon etwas zu kitschig für die sonst perfekte Show
war. Doch es ging ja noch weiter, nachdem man zu
diesem Zeitpunkt bereits tausende
Höhepunkte im Laufe des Konzerts für sich
entdecken konnte, kam eine Hammerversion des
7 Words Klassiker.
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Mitten im Song wechselte man
in Weezer`s Say it ain`t so Hymne und jedem war klar, dass der Refrain dieses
Stücks von keinem hätte besser interpretiert werden können, als von Chino.
Wahrscheinlich haben sich im Anschluß Tausende der Gäste ersteinmal die Weezer Version
des Songs besorgt, weil einige der Gäste zu Beginn recht ratlos auf die Bühne starrten,
doch es war richtig geil, was da zusammen gemischt wurde. |
Ich
persönlich hatte mir bei Napster eine Liveversion dieses Mixsongs gezogen, von einem
Festival in den Staaten bei dem die deftones auftraten,
doch diese Aufnahme war nicht zu
vergleichen mit der Dynamik die dieser Song an diesem
Abend hatte.
Es war ein Fest, mitzuerleben wie die deftones von Beginn
bis Ende dem Publikum immer
wieder neue Kicks versetzten. Auch die Zugaben,
Engine No.9 und Head Up knallten
ohne Ende.
Nach
den Zugaben war irgendwann aber auch dieses Konzert vorbei und man spürte kurz
einen Hauch von Traurigkeit im Saal. Doch ein
kurzer Blick ins Palladium genügte, um eines
ganz sicher zu sagen, es war ein Hammerkonzert,
dass jeden bewegte und jeden begeisterte.
Wir packten unsere Sachen, drehten uns noch Eine
zum Abschluß und machten uns auf den
Nachhauseweg mit der Gewissheit Teil von etwas
ganz großem gewesen zu sein. Hammer.
Text:
björn
Fotos: frankie
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