>>> 14.04.2004: Incubus, Hundred Reasons .::. Düsseldorf - Phillipshalle
Nein,
am Mittwoch kommt das Sams noch nicht, das dauert noch 3 Tage. Aber Incubus
machen, im Rahmen ihrer A crow left of the
murder-Tour, Halt in der Düsseldorfer
Phillipshalle. Ein mehr als guter Ersatz.
Außerdem kommt das Sams ja auch jeden Samstag
Mit den Jungs von Hundred Reasons im Schlepptau
konnte es dann gegen 20:15 in der noch
nicht ganz gefüllten Halle, die circa 8000-9000
Zuschauer fasst, losgehen. Ganz akzeptabler
Einstieg von HR. Der Sound gefällt mir aber
nicht wirklich. Viel zu viel Bassdrum und Bass.
Gesang und Gitarren zu leise. Das könnte besser
sein. Die beiden ersten Songs sind gut. Auch
der Menge scheint es zu gefallen. Jedenfalls gibt
es tosenden Applaus. Vielleicht weil Songs
und auch Stimme sehr an Incubus erinnern.
Darüber hinaus sieht der Hundred Reasons Sänger
verdammt nach Incubus-Gitarrero Michael Einziger
aus. Sein Nebenprojekt???
Mit
fortlaufendem Auftritt wird mir als Zuhörer leider etwas langweilig. Der Sound
verbessert
sich zwar etwas, die Songs klingen leider fast
alle gleich. Nach einer halben Stunde dann schon
das Ende der Support-Band. Hundred Reasons ziehen
ab. Dass große Bands häufig Supports
engagieren, die sich fast identisch anhören,
finde ich sehr schade, da die Vielfältigkeit eines
Musikabends dadurch eingeschränkt ist und der
Support leider oft als billige Kopie der
Hauptgruppe abgestempelt wird.
Nach
dem Abzug der Vorgruppe setzte beinahe augenblicklich ein gewaltiger Vorwärtsdrang
der hinteren Reihen ein. Man könnte beinahe
schon von einer Völkerwanderung sprechen. Mit
Schuhgröße 45½ und einem fünftel Quadratmeter
Platz war das Warten auf die 5 Kalifornier
zwar nicht gerade angenehm, aber, erneut, was tut
man nicht alles für die liebe Musi? Gegen
21:15 dann die plötzliche Verdunklung der
Menschenmasse in der Phillipshalle. Die Bühne ist
in ein kirschrotes Licht getaucht, im Hintergrund
wurde ein 12x25 Meter großer, schwarzer
Vorhang befestigt, der mit tausenden Leuchtdioden
bestückt ist, die wahlweise in Gelb, Blau
oder Rot verwandelt werden. Ganz großes Kino!
Als Brandon Boyd, Michael Einziger, DJ
Kilmore, Ben Kenney und Jose Pasillas II die
Bühne betreten und sogleich Megalomaniac
anstimmen, gibt es für viele kein Halten mehr.
Es wird geschubst, gedrängelt und geschoben
was das Zeug hält und die Menge schaukelt und
kippt schnell vor und zurück.
Wow,
das hätte ich nicht erwartet. Starker Einstieg. Der Sound kracht. Bass und Gitarren
und Drums sind beinahe perfekt reguliert und
aufeinander abgestimmt, während der Gesang
um ein Vielfaches lauter ist, als zuvor bei
Hundred Reasons. Alle spielen extrem sicher und mit
sichtbarer Freude. Brandon Boyd trifft wirklich
jeden verdammten Ton und auch sehr tonhohe
Songs wie A crow left of the murder
oder Circles intoniert er perfekt. Das Konzert dauert
beinahe 2 Stunden. Incubus spielen viele neue
Songs vom aktuellen Album: Megalomaniac,
A crow left of the murder,
Pistola, Priceless oder das langsame Here in my
room.
Aber auch alte Hymnen kommen nicht zu kurz.
A certain shade of green bringt die Masse
zum Brodeln, Circles und I wish
you were here kennen viele auswendig und beim letzten
Song Pardon me steckt ein dickerer
Mann einer ihm unbekannten noch dickeren Frau bis
zum Anschlag die Zunge in den Rachen. Highlights
sind neben dem wunderbaren Klangerlebnis
die fantastischen Lichteffekte der Show, sowie
ein beinahe 4 minütiges Schlagzeug-Solo von
Jose Pasillas II.
Da
hat sich der happige Eintrittspreis von 29,50 € wirklich gelohnt und wir dürfen
hoffen,
dass Incubus den deutschen Festivalsommer
versüßen werden.
text:
michi
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