>>> 27.06.2002: Chapter Zero, Down by Law, US Bombs .::. Hamburg - Schlachthof
Im
Schlachthof beginnen Konzerte immer recht zeitig, das hatte ich vergessen. Deswegen habe
ich Chapter Zero, die erste Combo an
diesem Abend voller Punkrock, leider verpasst, wie
ich bei meiner Ankunft vom Veranstalter erfahren
musste.
Über
Down By Law kann ich nur schreiben, dass diese die undankbare Aufgabe
hatten
unmittelbar vor der Band zu spielen, wegen der
eigentlich alle gekommen waren: Die U.S.
Bombs. Millionen von Anekdoten, angefangen vom
Tony Hawk anspucken, bis hin zu
verpassten Auftritten, abgesagten Interviews und
Delirien hart an der Schmerzgrenze ranken
sich allein um Duane Peters, seines Zeichens
Sänger der Band und einer der legendärsten
Skateboarder aller Zeiten.

Das letzte Konzert in Hamburg wurde leider auch
aus unerfindlichen Gründen abgesagt.
Als letztes war Herr Peters nur mal mit seinen
Hunns im Marquee zu Gast.
Dementsprechend heiss war jetzt die Hamburger Crowd auf diesen lange überfälligen Gig.
Sobald die Band auf der Bühne stand, wurde
losgerockt ohne sich lange mit überflüssigen
Ansagen aufzuhalten. Ein Smasher nach dem anderen
wurde der euphorisierten Meute zum
Frass vorgeworfen. Mitsingen in full
effect.
Der anaheimer Männerchor war an diesem Abend auf
jeden Fall spiritmässig am Start.
Von The Rubber Room über Yer
Country, bis hin zu Skater Dater, um nur einige
aufzuzählen, war alles dabei. Auch die
Arbeitsteilung in der Band ist nicht dumm: Die Gruppe
spielt sauber und straight und lässt ihrem
Master Of Desaster, wie er auch gern genannt wird,
allen Freiraum zum Ausflippen. Den kann dieser
auch gut gebrauchen. Herr Peters macht sich
so dermassen kaputt, dass man wirklich nur
staunen kann, wie todernst es dieser Mann zu
meinen scheint.
Während andere sich ihre Nietenarmbänder bei
H&M kaufen, in der nächsten Saison aber
wieder House hören, ist dieser Typ einfach echt.
Tätowiert am ganzen Körper, zum Anfang des
Konzerts noch im Brigade Rossi/RAF
Shirt und mit rotlackierten Fingernägeln, scheisst dieser
Man auf alle Regeln des Showbiz und nuschelt nur
kurze Statements zwischen den Songs in
Richtung Audience, von denen ich beim besten
Willen kein einziges verstanden habe.
Als
artistische Einlage gab es wie immer einen Salto, der diesmal auch gestanden wurde.
Für alle, die diese Band noch nie live erleben
konnten, empfehle ich die 2001er Liveplatte
Lost in America/Live, auf der man
einen ungefähren (und wirklich nur einen ungefähren)
Eindruck davon bekommt, was auf U.S. Bombs Gigs
los ist.
Um es
mit einem Zitat der Bombs enden zu lassen: Let the masses have their Blink
182s,
we know better !
Text:
Marcel Peithmann
Fotos: Tobias
Horn
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