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    koRn, Album  Untouchables - Epic/Sony Music (VÖ: 10.6.2002) 
    Korn - Here to Stay [Windows Media Video]
    Artistpage mit dem Video zu "Here To Stay" in voller Länge: http://www.korntv.de
    Record Company: http://www.sonymusic.de

    koRn live: Samstag, 17. August 2002 Main Stage, Bizarre Festival

    koRn biography:
    Musikalische Umwälzungen finden ihren Ursprung in den merkwürdigsten Orten: Athens, 
    Georgia zum Beispiel. Oder Aberdeen, Washington. Oder aber Bakersfield, Kalifornien. 
    Richtig gelesen: Bakersfield. Eine freudlose, vertrocknete Kleinstadt westlich des

    „Death Valleys“, die ohne Mühe als Filmset für einen David-Lynch-Streifen herhalten könnte -
    vorausgesetzt, es würde dort jemals auch nur irgendetwas passieren. Dementsprechend
    verbrachte Fieldy Arvizu seine Jugend damit, auf dreckigen Feldern herumzustehen, Bier zu
    trinken und anderen Kids beim gegenseitigen Verkloppen zuzusehen. Irgendwann beschlossen
    er und ein paar Freunde dann aber, dass man seine Zeit weit sinnvoller verbringen könnte,
    indem man den Frust mit ein paar Musikinstrumenten loswird. 

    Eine Entscheidung, die die Rockmusik - wie die Welt sie bis dahin kannte - für immer verändern
    sollte. Unverzagt verließen Fieldy, James “Munky” Shaffer, David Silveria, Brian “Head” 
    Welch und nicht zuletzt der verkrachte Assistenz-Leichenbeschauer Jonathan Davis das öde 
    Bakersfield und zogen nach Los Angeles, wo sie als Korn gemeinsam weltberühmt werden 
    sollten. Dem Ansinnen nach vereintem Musizieren kam dabei vor allem die gemeinschaftlichen 
    Roots entgegen: Die zornige, urbane Attitüde des HipHop und die kompromisslose, bedrohliche
    Gewalt des Death Metal. Doch mit dem Sound, den die fünf in ihrem Proberaum in Huntington
    Beach hervorbrachte, betrat die Band absolutes musikalisches Neuland und schuf dabei nicht 
    weniger als ein komplett neues Genre. Eine Bewegung, die schon kurz darauf eine Lawine von 
    Nachahmern lostreten sollte und selbst die Begründer unter sich zu begraben drohte. 
    Doch dazu später. 

    Nachdem Korn fast zwei Jahre ununterbrochen getourt waren, unterschrieben sie einen 
    Plattenvertrag bei Immortal und veröffentlichten 1994 ihr selbstbetiteltes Debüt-Album „Korn“,
    das mittlerweile als Klassiker des Genres gilt. Den Kick-Off zur Platte bildet der prophetische,
    mit Reibeisenstimme vorgetragene Schlachtruf „Are You Ready?!“ - bevor Korn die wohl 
    brachialsten Gitarrenriffs, die in der Rockmusik jemals produziert wurden, auf ihre Hörer 
    losließen. Die Genies hinter dem bis heute trademarkhaften Korn-Sound ist das Team Shaffer 
    und Welch, die ihre bereits extrem tiefen, siebensaitigen Gitarren noch weiter herunterstimmten 
    und sie ohne Rücksicht auf die traditionelle Harmonielehre bearbeiteten. Das Ergebnis war eine
    Art metallischer Brei, der durch Bassist Fieldy und Schlagzeuger Silveria  
    Porno-Soundtrack-Funk-meets-HipHop-Beats-Style allerdings auf seltsame Art und Weise 
    gleichsam ausgewogen war. Auch dank der Kinderlied-artigen Melodien, die die Band 
    geschickt in den düsteren Mix verwob, wurde „Korn“ zum furcheinflössendsten und heftigsten 
    Debütalbum seit Black Sabbath. Davis hatte indes nicht vor, über Teufel und Hexen zu singen: 
    Er war viel zu sehr damit beschäftigt, die realen Dämonen auszutreiben. Stücke wie „Faget“ 
    und „Shoots And Ladders“ waren unbequeme persönliche Zeugnisse einer zerrütteten 
    Kindheit, und am Ende des Albums, beim qualvollen „Daddy“, war er buchstäblich in 
    Tränen aufgelöst. 

    „Are You Ready?!“ - das kommerziell ausgerichtete Radio war es jedenfalls noch nicht. 
    Und ebenso wenig MTV. Bisher noch nicht. Also brachten Korn ihre derbe Show dorthin, 
    wo sie sich sicher sein konnte, dass man ihnen auch zuhörte: Zurück ins Tourgeschehen und 
    einem Auftritt beim wohl besten Metalfestival der Welt: Dem „Ozzfest“. Der einzigartige Sound
    der Band mag in der Tat ungewöhnlich gewesen sein - den Kids war aber sofort klar, dass 
    Korn mächtig rockte. Der Mehrzahl von ihnen konnten Davis‘ textliche Ausbrüche eins-zu-eins
    nachvollziehen. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine zweite Band auf der Welt, die so war wie 
    Korn. Und so begann das Quintett eine Gefolgschaft um sich zu scharen, die ihrem nächstem
    Album „Life Is Peachy“ 1996 Platinverkäufen in den USA bescheren sollte. Und diesmal war 
    endlich auch die Presse bereit: „...Perverse, Psychopathen und Paranoiker“, schwärmte die 
    Chicago Tribune. „Ein geistreich verdrehtes Stück persönlicher Vorhölle“, begeisterte sich 
    Plain Dealer aus Cleveland. 

    Und während „Life Is Peachy“ vielmehr darauf abzielte, den Ursprungssound der Band zu 
    profilieren als wieder innovativ tätig zu werden (wie seinerzeit beim Debüt), zeigten sich Korn 
    von einer völlig unerwarteten Seite, von der bislang niemand etwas geahnt hatte: Die Jungs 
    hatten Humor. Angefangen von der von Dudelsäcken angetriebenen Coverversion von Wars 
    „Lowrider“ bis hin zum „Lexikon der Anstößigkeiten“ mit dem Titel „K@#%!“, an dessen 
    Sprache sich einige Kritiker und selbsternannte Moralhüter rieben.

    So gab ein Hochschulangestellter aus Zeeland, Michigan, gegenüber der Presse zu Protokoll,
    Korn seien „unanständig, vulgär und schamlos“. Kurz zuvor war ein Schüler vom Unterricht
    suspendiert worden, nur weil er ein T-Shirt trug, das der Korn-Schriftzug schmückte.
    Nachdem die Band eine Unterlassungsklage gegen die Schule eingereicht hatte, wurde der
    Schüler wieder zum Unterricht zugelassen. Diese Episode stellt einen weiteren Wendepunkt
    in der Geschichte der Band dar: Es war der erste von vielen weiteren Fällen, in denen sich
    Korn für ihre Fans persönlich einsetzte. 

    Es folgten Jahre des Tourens, mit dem die Band abermals ihre Fanbase festigte.
    Und das zu einem Grad, der ihr nächstes Album „Follow The Leader“ zum von
    Null-auf-eins-New-Entry in den US Billboard Top 200 werden ließ. Mit „Got The Life“
    und „Freak On A Leash“ gelangen Korn darüber hinaus zwei echte US-Hitsingles,
    während die tatsächlichen „Rap-Metal-Tracks“ des Albums („Children Of The Korn“
    mit Gastrapper Ice Cube und „All In The Family“ mit Fred Durst) einige der heftigsten
    der Band bis dato waren. Mit ihnen unterstrichen die Kalifornier ihren Status als
    diejenige Band, an der sich alle anderen zu  messen hatten. 

    Eine Ansicht, die sich langsam aber sicher durchsetzte: Der „Rolling Stone“ bezeichnete 
    „Follow The Leader“ als eines der besten Alternative-Alben der Neunziger Jahre, lobt Korns 
    Fähigkeit „ihre Abscheu vor der Lage der Nation - und der Generation, die verdammt ist, sie 
    zu erben - in Sound- und Wortgewalt“ zu kanalisieren. 

    Ganz abgesehen davon brachte „Follow The Leader“ auch eine ganz andere Seite von Korn 
    zum Vorschein. Als ein 14jähriger, unheilbar an Darmkrebs erkrankter Junge bei einer 
    „Make A Wish“-Stiftung den Wunsch äußerte, die Band für ein paar Minuten zu treffen, 
    waren sie erst einmal völlig fassungslos. Und nervös. Aber als der Tag erst gekommen war, 
    wurde aus den „paar Minuten“ ein ganzer Tag, aus dem Tag eine Woche und zu 
    guter letzt ein Song: „Justin“. 

    Den intensiven Kontakt zu ihren Fans pflegten Korn u.a. durch ihre wöchentlichen 
    Live-Übertragungen im Internet aus ihrem Studio während der Aufnahmen zu ihrem nächsten 
    Album. Diese „After School Specials“ hielten die Fans über den Entstehungsprozess des 
    Albums auf dem Laufenden und boten ihnen live Frage-Antwort-Sessions mit der Band. 
    Dabei wurde ihnen die ganze Riege an prominenten Studiogästen vorgestellt, wie z.B.

    Mitglieder von 311, den Deftones, Limp Bizkit bis hin zu Pornostars wie Ron Jeremy
    und Randi Rage. 
    
    In einer weiteren Fan-Aktion rief die Band „Korn Kampaign ´98“ ins Leben, eine an den 
    politischen US-Wahlkampagnen orientierte Promotiontour, mit der sie das neue Album u.a. 
    mit „Fan Konferenzen“ in Großstädten im ganzen Land vorstellten. Korn stellten außerdem 
    eine Heavy-Rock-And-Rap-Arena-Tour unter dem augenzwinkernden Slogan 
    „The Family Values Tour“ zusammen, bei der u.a. Ice Cube, Limp Bizkit und Rammstein

    dabei waren. Das Spektakel wurde eine der erfolgreichsten Tourneen des im folgenden
    Sommer Goldstatus in den USA, als Korn ihr explosives Set im Rahmen des 
    Woodstock-99-Festivals spielten. 

    Mittlerweile lief auch Korns eigene Plattenfirma „Elementree“ bestens und ihr erstes Signing 
    Orgy erhielt für das Album „Candyass“ Platin in den USA. Zu diesem Zeitpunkt spielte fast 
    jede andere Band auf diesem Planeten runtergestimmte siebensaitige Gitarren (eine Technik, 
    die vor Korn quasi ausgestorben war). Der Boom der Soundalikes brachte Korn 
    ironischerweise in eine angreifbare Position: Nicht nur, dass Korn in Gefahr geriet, in dem 
    Genre, dass sie selbst geschaffen hatten, „ausgespielt“ zu haben - die Medien begannen

    ihrerseits den „Backlash“ gegen die „Rap-Metal“-Chartdominanz. Korn war klar, das ein
    weiteres „Peachy“ oder „Leader“, wie großartig es auch immer sein mochte, wie dankbar
    es auch bei den Fans ankäme, und wie kommerziell erfolgreich es auch immer wäre, nicht
    ausreichen würde. Es war Zeit, sich selbst komplett neu zu erfinden und aus dem Rudel
    auszubrechen - ein riskanter Zug, angesichts ihrer traditionell loyalen Gefolgschaft.
    Korn nahmen sich eine Auszeit um an dem zu arbeiten, was die wichtigste Platte ihrer
    Karriere werden sollte. 

    „Wir wussten, als wir das Album schrieben, das wir etwas ganz Großartiges schaffen würden“, 
    sagte Shaffer damals. „wir mussten uns vorwärts bewegen, die Grenzen überschreiten und 
    etwas sehr Persönliches kreieren.“ In einer weiteren Fanaktion forderten Korn ihre Anhängern 
    auf, das Albumcover zu entwerfen. Zahllose Fans reichten ihre Arbeiten ein, und die Zeichnung
    eines Fans wurde als das treffende Artwork ausgewählt. Einige der Nächstplatzierten erhielten 
    limitierte Auflagen mit ihren eigenen Arbeiten. 

    Musikalisch wurde „Issues“ das beste Album seit dem Debüt der Band und überstrahlte sogar 
    diese Album in punkto Songwriting. Als „Issues“ letztendlich veröffentlicht wurde, zahlten sich
    alle Bemühungen der Band aus. Zum zweiten mal in ihrer Karriere schossen sie von Null auf 
    eins in den US-Albumcharts. Darüber hinaus landete die Band eine weitere Chartsingle mit der
    schaurigen, alles-zermalmenden „Falling Away From Me“. Das Album erhielt Vierfach-Platin. 
    Anschließend begaben sich Korn auf eine weitere erfolgreiche Tour, die anno Halloween 
    1999 im historischen „Apollo Theater“ in Harlem begann. 

    Wenn „Issues“ nun den künstlerischen und kommerziellen Triumph im entscheidenden Moment 
    darstellt: Wie würden Korn sich dem unausweichlichen Druck des Follow-Up-Albums stellen? 
    Indem sie ein besseres machen: „Untouchables“. Unter Verwendung der 2“4-BIT-sambling 
    rate-Technik“ (doppelt so hoch wie normalerweise bei Aufnahmen verwendet wird) schufen 
    Korn und Produzent Michael Beinhorn (Red Hot Chilli Peppers, Hole, Soundgarden, Ozzy 
    Osborne etc.) ein dichtes Klangpanorama. Unergründlich heavy, kompromisslos in sich gekehrt 
    und atemberaubend einzigartig, katapultiert „Untouchables“ Korn ein weiteres mal auf ein 
    höheres Level. Aber was haben wir anderes erwartet? Nach allem ist es eine Band 
    mit einem unstillbaren Verlangen, stets an den Grundpfeilern des Rock zu rütteln. 

    Denn das ist letzten Endes, was sie zu Korn macht.